Sa, 18. November 2017

Ruhe bald vorbei

12.01.2016 07:58

Spielfeld: Bis zu 6000 Flüchtlinge am Tag erwartet

Am Grenzübergang Spielfeld war es in den vergangenen Tagen und Wochen ruhig. Das wird sich aber bald wieder ändern: Sobald die baulichen Arbeiten in zwei bis drei Wochen abgeschlossen sind, werden wieder Flüchtlinge über Spielfeld gelotst - die steirische Polizei rechnet schon bald mit 5000 bis 6000 pro Tag...

Bis zu 3500 Flüchtlinge werden derzeit täglich über die Kärntner Grenze geschleust. Kärnten ist aber nur eine Ausweichroute, damit in Spielfeld in Ruhe die Grenzsicherungsarbeiten bzw. die baulichen Maßnahmen, die den Flüchtlingsstrom künftig lenken sollen, umgesetzt werden können.

Ende Jänner oder Anfang Februar soll Spielfeld wieder parat stehen, so Generalmajor Manfred Komericky, steirischer Landespolizeidirektor-Stellvertreter. Die bis zu 3500 Flüchtlinge, die jetzt täglich über Kärnten einreisen, kommen dann in Spielfeld an - und noch mehr. Täglich könnten in Spielfeld jedenfalls rein technisch bis zu 11.000 Flüchtlinge "abgefertigt" werden.

12.000 Flüchtlinge am Tag?
Im Innenministerium soll es aber Prognosen geben, die von einem täglichen Ansturm von bis zu 12.000 Flüchtlingen ausgehen. Komericky stellt diese Zahl in Abrede: "Wir rechnen schon bald mit 5000 bis 6000 Flüchtlingen täglich. Mehr würden Slowenien und die anderen Länder auch gar nicht bewältigen." Stimmen Komerickys Annahmen, kämen allein binnen zwei Monaten um die 300.000 Flüchtlinge über die steirische Grenze - also so viele, wie Graz Einwohner hat.

90.000 Asylanträge 2015: 200-Prozent-Steigerung
Das Innenministerium hat unterdessen die vorläufigen Asylzahlen für das vergangene Jahr vorgelegt. Demnach wurden rund 90.000 Ansuchen gestellt - um gut 200 Prozent mehr als im Jahr davor, als 28.000 Anträge abgegeben wurden. An den historischen Höchstwert von 170.000 im Jahr 1956 zur Zeit der Ungarn-Krise kam man nicht heran.

Allerdings ist es doch schon lange Zeit her, dass auch nur annähernd so viele Flüchtlinge nach Österreich kamen. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 wurden gerade einmal 11.012 Anträge gezählt. Größte Flüchtlingsgruppe waren über das ganze Jahr gerechnet die Afghanen mit 25.202 Anträgen. Knapp dahinter folgten mit 25.064 Ansuchen die Syrer, auf Platz drei liegen die Iraker mit 13.528 Anträgen.

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