Mi, 13. Dezember 2017

"Krone"-Ombudsfrau

16.12.2015 15:55

Keine Schulden - und trotzdem nicht kreditwürdig?

Leser Rudolf B. hat in seinem Leben nie Schulden gemacht und besitzt unbelastetes Eigentum. Dennoch ist er nicht kreditwürdig, wenn es nach Kreditauskunfteien geht. Er ließ zwar über ihn gespeicherte Daten löschen, erschien dann aber noch "verdächtiger". Nicht einmal einen Handyvertrag ließ man ihn abschließen.

Darüber, ob Kunden einen Handyvertrag abschließen oder Ware auf Rechnung kaufen können, entscheiden oft die von einer Kreditauskunftei gespeicherte Daten - vom Volksmund gerne als "schwarze Liste" bezeichnet. Eine Selbstauskunft und der Antrag auf Löschung der persönlichen Daten ist zwar möglich, aber nicht immer zielführend. Durch Löschung könne man keine bessere Bonität erhalten. Ganz im Gegenteil, man werde für den Kreditgeber ein völlig Unbekannter, warnt die Wirtschaftskammer in einer Checkliste.

Das hat auch Rudolf B. am eigenen Leib erfahren. Mit Löschung der über ihn gespeicherten - falschen - Daten waren auch alle anderen Daten über ihn weg. "Ich kann meist nur gegen Vorkasse bestellen und bekomme nicht einmal einen Handyvertrag um zehn Euro im Monat, obwohl ich keine Schulden habe und seit vielen Jahren beim selben Arbeitgeber beschäftigt bin. Die Firmen bestimmen über uns, wie es ihnen beliebt. So kann das nicht gehen", wandte er sich verärgert an die Ombudsfrau.

Noch dazu war die Eintragung über Herrn B. unrechtmäßig. Die Forderung eines Inkassobüros wurde gerichtlich eingestellt. "Unsere Aufgabe ist es, Daten von Personen und Unternehmen zu erheben, die der Wirtschaft helfen, Entscheidungen zu treffen", so Bonitätsprüfer CRIF. Eine Kreditauskunftei sage vorher, wie wahrscheinlich es ist, dass ein potentieller Kunde eine Rechnung bezahle. Wie die abfragende Firma diese Daten interpretiere, sei deren Entscheidung. Im Fall von Herrn B. hätte die Eintragung nicht erfolgen dürfen, gibt CRIF zu. Deshalb hat man seine Daten wieder in die Datei aufgenommen.

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