Sa, 16. Dezember 2017

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09.12.2015 15:22

Flüchtlinge kosten den Staat 2,7 Milliarden Euro

Auf 2,7 Milliarden Euro veranschlagt die Oesterreichische Nationalbank die Flüchtlingskosten für den Staat (Bund, Länder und Gemeinden) über die Jahre 2015 bis 2017. Nach einer ersten Simulation der Effekte des Flüchtlingszustroms auf Volkswirtschaft, Arbeitsmarkt und Budgets spricht die OeNB von einer Art "Konjunkturprogramm mit hoher Konsumquote", praktisch voll defizitfinanziert. Ob dieses Programm erfolgreich sein wird, hänge in erster Linie davon ab, wie gut sich die Asylwerber in den Arbeitsmarkt integrieren werden können.

Angenommen wird, dass in den drei Jahren rund 80.000 (2015), 85.000 (2016) und 50.000 (2017) Asylwerber ankommen. In ihren Berechnungen geht die OeNB davon aus, dass 47 Prozent der Anträge positiv beschieden werden und dass ein Verfahren im Schnitt 5,9 Monate dauert. Das lasse bis 2017 rund 99.300 anerkannte Flüchtlinge erwarten. Ungeachtet aller politischen Debatten um Verschärfungen beim Familiennachzug wird mit 60.300 nachkommenden Familienangehörigen gerechnet. In Summe ergebe das 159.600 Personen.

Was dies für die Wirtschaft heißt, hängt vor allem vom Erfolg der Integration in den Jobmarkt ab - und auch davon, wie weit damit Einheimische oder auch Zuwanderer aus Osteuropa aus der Beschäftigung verdrängt werden. Viele Arbeitskräfte aus osteuropäischen Ländern würden sich demnach wohl schon schlechtere Chancen am österreichischen Arbeitsmarkt ausrechnen - der Zuzug dürfte von dieser Gruppe also etwas nachlassen.

Nur ein kleiner Teil kann gleich am Arbeitsmarkt Fuß fassen
77 Prozent der Asylwerber dürften laut der Nationalbank im erwerbsfähigen Alter sein. Internationale Erfahrungen lassen darauf schließen, dass in den ersten Jahren nur ein kleiner Teil der anerkannten Flüchtlinge gleich auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen kann, hieß es. Im Jahr 2017 dürften "in Übereinstimmung mit Erfahrungen in Schweden und Deutschland knapp 10 Prozent der neu zugezogenen anerkannten Flüchtlinge beschäftigt sein", so die OeNB.

Alle seien am Rechnen, auch die Deutsche Bundesbank, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds, sagte die Notenbank-Chefökonomin Doris Ritzberger-Grünwald bei der Vorlage der Prognose. Es sei ein brennendes Thema, viele Fragen wären noch gar nicht behandelt.

Aus dem Video-Archiv: Asylsystem funktioniert laut Rotem Kreuz nicht

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