So, 17. Dezember 2017

Neue Zahlen

10.11.2015 21:30

Bis zu 95.000 Asylanträge bis Jahresende erwartet

Die Zahl der Asylanträge in Österreich wird heuer noch höher ausfallen, als zuletzt erwartet. "Wir rechnen derzeit mit bis zu 95.000 Personen", sagte Wolfgang Taucher, Leiter des Bundesamts für Asyl und Fremdenwesen, am Dienstag im ORF-"Report". Das Innenministerium teilte indes mit, das bereits am vergangenen Wochenende die Marke von 70.000 Asylanträgen in diesem Jahr erreicht wurde. Stärkste Gruppe sind mittlerweile die Afghanen.

Noch vor Kurzem waren von offizieller Seite zwischen 80.000 und 85.000 Asylanträge im Jahr 2015 erwartet worden. Man müsse die Erwartung nach oben revidieren, so Taucher am Dienstagabend. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 waren es 28.000, 2013 nur 17.000 Anträge. Etwa 35.000 Anträge werde man heuer erledigen können, sagte Taucher, eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Die Asylanträge hätten sich aber verdreifacht. Die Verfahren brauchten ihre Zeit, warb er auch bei den Antragstellern um Verständnis. Man führe in jedem Fall - auch bei Syrern - Einzelverfahren durch.

14.000 Asylanträge im November erwartet
Das Innenministerium gab indes am Dienstag bekannt, dass die Zahl der Asylanträge bereits am vergangenen Wochenende die Marke von 70.000 erreicht hat. Wirkten die Asyl-Antragszahlen im Jänner mit gut 4000 schon relativ hoch, werden diese Werte mittlerweile bei weitem überschritten. Seit September ist man im fünfstelligen Bereich. Die vorläufigen Oktober-Zahlen mit 11.101 Anträgen werden wohl nur ein zwischenzeitlicher Rekord sein. Denn für November werden mehr als 14.000 Asylansuchen erwartet.

Auffällig ist, dass die Afghanen in den letzten Wochen wieder zur stärksten Asylwerber-Gruppe geworden sind. Besonders deutlich spürbar war dies vergangene Woche, als gleich 1551 Ansuchen von Afghanen kamen. Im Vergleich dazu gab es nur 917 Ansuchen von Syrern. Für Afghanen ist es auch besonders wichtig, noch bis Mitte November einen Asylantrag zu stellen. Denn ab da sollen nach den Regierungsplänen für subsidiär Schutzberechtigte deutlich strengere Regeln für den Familiennachzug mit einer Wartezeit von drei Jahren (bisher eines) gelten und gerade bei Afghanen wird besonders oft nur dieses "Asyl light" gewährt.

Schon knapp 65.000 in der Grundversorgung
Die Dimension der Flüchtlingswelle lässt sich auch an der Zahl der Plätze in der Grundversorgung ablesen. Derzeit gibt es 64.588, Anfang des Jahres waren es 31.265. Dabei hat auch der Bund deutlich aufgestockt. Aus 3702 Plätzen zu Jahresbeginn wurden mittlerweile 7664. Dazu kommen noch 461 im slowakischen Gabcikovo. Gesamt wurden in diesem Jahr 17 neue Bundesbetreuungsquartiere eingerichtet, die Zeltstädte, diverse Hallen und Polizeiturnsäle noch nicht einmal eingerechnet.

Indes wird es auch in Traiskirchen wieder eng. In der dortigen Bundesbetreuungsstelle war es zuletzt zwar gelungen, den Belag bei rund 1800 Personen zu stabilisieren. Angesichts akut fehlender Quartiere mussten nun aber wieder die dortigen Garagen geöffnet werden, um zu verhindern, dass Flüchtlinge ohne Dach über dem Kopf nächtigen müssen. Auch die lokalen Kirchen und die örtliche Moschee nahmen zusätzliche Asylsuchende auf, berichtete der "Standard".

Video: Bürgermeister fühlen sich im Stich gelassen

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