Di, 21. November 2017

1322 Beamtinnen

01.10.2015 17:00

Jubiläum: Frauen seit 50 Jahren bei Wiener Polizei

Frauen in Uniformen: Was heute kaum noch aus dem alltäglichen Polizeibild wegzudenken ist, war vor dem Jahr 1965 im Männerreich nahezu verpönt. Doch der damalige Polizeipräsident Josef Holaubek konnte nicht anders: Ihm fehlte Personal - er holte das weibliche Geschlecht ins Boot. Der Beginn einer neuen Ära…

"Holaubek-Mädels" wurden sie genannt, die 63 aufstrebenden Damen, die es im Oktober 1965 unter 700 Bewerberinnen als Pionierinnen in die Polizeischule schafften. "Es gab kaum männliche Bewerber, daher hat Holaubek den Entschluss gefasst, auch uns zuzulassen", erinnert sich eine Polizistin der ersten Stunde. Ihre Ausbildung war militärisch.

Grüne Röcke und Trillerpfeife
Reine Mädchenklassen, permanente Bewachung von Sittenwächterinnen im Kasernen-Internat, raue Umgangstöne und strikte Tagesabläufe. Auch die Kleiderordnung war damals streng geregelt: grüne Röcke statt der heutigen Uniform. Und das dienstliche Aufgabengebiet ließ auch nicht viele Spielräume zu - die "Holaubek-Mädels" durften sich bis zum Jahr 1971 ausschließlich um den "ruhenden Verkehr" kümmern - als abschreckendes Mittel im Kampf gegen das Verbrechen diente eine Trillerpfeife.

"Provisorischer Polizeiwachmann"
Erst 20 Jahre später wurde ihnen das gesamte Aufgabengebiet der Exekutive anvertraut. "37 Jahre lang war ich Polizistin", erzählt eine einst als "provisorischer Polizeiwachmann" betitelte Beamtin beim Treffen "50 Jahre Frauen bei der Wiener Polizei". "Sogar Kriminaldienst konnte ich machen." Und sie würde es wieder tun, aber lieber heute als damals: 1322 von insgesamt 7600 Wiener Beamten sind weiblich. Von 850 Polizeischülern sind 204 angehende Polizistinnen - also 24 Prozent. Tendenz steigend.

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