So, 19. November 2017

Hypo-Abbau läuft

31.08.2015 15:49

Heta-Kapitalloch jetzt bei 8,1 Milliarden Euro

Das Kapitalloch, das bei der staatlichen Hypo-"Bad Bank" Heta klafft, ist in den vergangenen Monaten noch tiefer geworden: Zur Jahresmitte 2015 waren es bereits 8,1 Milliarden Euro. Das geht aus dem Halbjahresbericht hervor, der am Montag bekannt gegeben wurde. Das "negative Eigenkapital", also die kapitalmäßige Unterdeckung, ist im Einzelabschluss der Heta damit um mehr als eine Milliarde umfangreicher als Ende 2014. Damals fehlten sieben Milliarden Euro.

Die Heta - Nachfolgegesellschaft der 2009 notverstaatlichten Hypo Alpe Adria - soll bis 2020 vollständig abgewickelt sein. Bilanziert wird zu Zerschlagungswerten. Für das erste Halbjahr 2015 meldete die Abbaugesellschaft einen Nettoverlust von 1,1 Milliarden Euro. Dass der Verlust wieder über die Milliarde geriet und das Kapitalloch damit um so viel größer wurde, lag zum Großteil daran, dass der vorjährige Schuldenschnitt auf Nachranganleihen als verfassungswidrig aufgehoben wurde.

Mit dem Höchstgerichtsspruch mussten zunächst rund 800 Millionen Euro Anleiheschulden, die voriges Jahr für wertlos erklärt worden waren, wieder als Heta-Verbindlichkeiten eingebucht werden. Weitere 200 Millionen Euro fielen an zusätzlichen Belastungen an, als heuer das Hypo-Balkanbankennetzwerk verkauft wurde. Die Käufer der Südosteuropabanken (Advent/EBRD) hatten unter anderem noch weitere Kreditabsicherungen durch die Österreicher verlangt.

100 Millionen für Rechtsfälle und Schadenersatz-Zahlungen
Rund 100 Millionen mussten noch für Rechtsfälle und Schadenersatzansprüche beiseitegelegt werden. In Summe fielen die Lasten im bisherigen Jahresverlauf sogar noch höher aus, denn vereinzelt gab es auch Zuflüsse, die positive Effekte hatten. So etwa gab es rund 100 Millionen Euro an Sondererträgen aus Rückstellungsauflösungen gegenüber der ehemaligen Italientochter.

Nach internationalen Konzernbilanzierungsregeln IFRS belief sich die Kapitallücke heuer zur Jahresmitte immerhin noch auf 5,8 Milliarden Euro. Die Konzern-Bilanzsumme lag zum Stichtag 30. Juni 2015 bei 11,6 Milliarden Euro.

Heta soll bis 2020 vollständig abgebaut sein
Ein letztgültiger Abbauplan für die Heta befindet sich noch in Arbeit. Einen vorläufigen Zeitplan hat die staatliche "Bad Bank" am Montag jedenfalls genannt: Demnach sollen bis Ende 2018 rund 80 Prozent erledigt sein. Bis Ende 2020 soll ein vollständiger Abbau der Vermögenswerte erfolgt sein.

In der Heta sind faule Kredite, Beteiligungen und zur Restverwertung gedachte Assets geparkt, zur "geordneten" Abwicklung. Der endgültige Abbauplan soll, wie die Heta am Montag schrieb, im zweiten Halbjahr 2015 dem Aufsichtsrat zur Genehmigung vorgelegt werden.

Seit die Finanzmarktaufsicht (FMA) als Abwicklungsbehörde mit 1. März heuer ein Zahlungsmoratorium über die Heta verhängt hat, muss die Bad Bank zumindest bis zum Frühjahr kommenden Jahres keine Zahlungen (Tilgungen, Zinsen) auf ihre Schulden leisten. Das Moratorium gilt bis Ende Mai 2016.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden