Fr, 15. Dezember 2017

Keine Reaktion?

18.08.2015 09:40

Bei Bewerbungen richtig nachfassen - so geht's

Jeder, der schon einmal eine Bewerbung verschickt hat, kennt das: Nach dem Absenden der E-Mail wartet man auf die ersehnte Rückmeldung. Doch das kann dauern. Tage, sogar Wochen. Doch ab wann darf man nachfassen? Und wie?

Das Schlimmste an Bewerbungen ist sicher das Warten nach dem Versand der Unterlagen: Hoffnung, den Job zu bekommen, wechselt mit der Angst vor Ablehnung – und das umso öfter, je länger man die Unterlagen bereits verschickt hat. Das Problem dabei: Für den Bewerber sind ein paar Tage unglaublich lang, für den Personalverantwortlichen, der Hunderte Unterlagen für verschiedenste Positionen sichten muss, sind sie unglaublich kurz.

Wem das Warten nach dem Abschicken der Bewerbung immer schon zu viel des Nervenkitzels war, für den hier zunächst die gute Nachricht: Nachfassen ist erlaubt, manchmal sogar erwünscht. Denn in vielen Unternehmen ist es heute bereits so, dass die Chancen eines Bewerbers steigen, der aktiv nach Feedback zu seinen Unterlagen fragt. Wenn man Interesse zeigt, ist man ein guter Kandidat. Und nicht selten werden die Bewerbungsstapel heute auch schon nach diesem Kriterium ausgesiebt.

Darf man sich melden?
Beim Nachfassen ist wichtig, ein wenig Gespür für das richtige Timing zu entwickeln. Bereits nach ein, zwei Tagen nachzurufen, ist aufdringlich. Aber nach etwa zwei bis drei Wochen kann man durchaus in der Personalabteilung nachfragen, wie der Status der Bewerbung aussieht. Je größer das Unternehmen und je attraktiver die ausgeschriebene Position, desto mehr Zeit sollte man der Personalabteilung zugestehen. Nach vier Wochen ist das Nachfassen aber jedenfalls zulässig. Gibt es eine Bewerbungsfrist, bis zum Ende jener alle Bewerbungen gesammelt werden, beginnen die empfohlenen Zeiten erst ab dann zu laufen.

Führen Sie über Ihre Bewerbungen Buch und vermerken Sie, wann Sie wo nachfragen wollen. Auch das Ergebnis des Gesprächs sollten Sie notieren, damit Sie nicht durcheinanderkommen. Denn oft wird man Ihnen sagen, dass der Auswahlprozess noch läuft und Sie sich gerne später noch einmal melden können. Dann sollten Sie auch eine Erinnerung speichern, damit Sie nicht auf den nächsten Anruf vergessen. Denn Zuverlässigkeit gibt Pluspunkte. Auch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man sich bereits an Sie erinnert. Genauso hilft es im Auswahlprozess, wenn man Ihre – bestimmt sympathische und gewinnende – Art bereits von einem Telefonat kennt.

Nachfassen kann man auch nach einem Bewerbungsgespräch. Sie können sich durchaus im Anschluss an das Gespräch melden. Verfassen Sie kurz danach eine unaufdringliche, souveräne Mail, in der Sie sich für das angenehme Gespräch bedanken und anmerken, dass Sie sich auf die Rückmeldung freuen. Nach etwa zwei Wochen können Sie dann wiederum telefonisch nachfassen.

Was sollte man beachten?
Nachfassen ist am besten übers Telefon möglich, da Sie hier die Chancen haben, zusätzliche Eindrücke beim Personalverantwortlichen zu erzeugen. Eine E-Mail sollte daher nur zweite Wahl sein – dies auch deshalb, weil Sie damit zusätzliche Arbeit provozieren und weil Sie selbst wahrscheinlich auch mehrere Tage auf Antwort warten werden müssen. Notieren Sie sich am besten vor dem Telefonat die wichtigen Eckdaten: Für welche Position haben Sie sich beworben, wann haben Sie die Bewerbung verschickt und über welchen Kanal? Denn danach wird man sich erkundigen, um Ihnen Auskunft geben zu können.

Seien Sie selbstbewusst und freundlich – am besten lächeln Sie während des Gesprächs, denn das hört man auch am anderen Ende der Leitung. Legen Sie sich Ihre Rückfrage bereits vor dem Gespräch zurecht – etwa: "Guten Tag, mein Name ist XXX. Ich habe Ihnen vor etwa vier Wochen meine Bewerbung als XXX geschickt und wollte mich erkundigen, wie der Status des Auswahlprozesses aussieht." Zu Beginn des Gesprächs empfiehlt es sich auch, kurz zu fragen, ob Ihr Ansprechpartner gerade kurz Zeit hat, also: "Ich weiß, Sie haben sehr viel zu tun – ich habe auch lange überlegt, ob ich mich melden soll. Ich wollte mich erkundigen, ob ..."

Bleiben Sie souverän, erkundigen Sie sich auch höflich, wovon die Auswahl voraussichtlich abhängen wird und – wenn es sich aus dem Gesprächsverlauf ergibt – betonen Sie, warum Sie ein qualifizierter Kandidat sind. Es kann nicht schaden, die wichtigsten Qualifikationen sowie eine kleine Kurzpräsentation im Kopf zu haben, die man bei Bedarf auf Knopfdruck wiedergeben kann.

Don'ts beim Nachfassen
Drängen Sie den Personaler auch nicht, indem Sie auf eine (womöglich nicht vorhandene) Zusage eines anderen Unternehmens verweisen, um dadurch schneller eine Antwort zu bekommen. Werden Sie nicht aufdringlich und akzeptieren Sie jede Reaktion des Personalverantwortlichen. Also auch, wenn man Ihnen nichts sagen kann. Frust abzubauen ist hier fehl am Platz. Bedanken Sie sich und fragen Sie nach, bis wann Sie eine Reaktion bekommen sollten bzw. wann Sie wieder nachfragen dürfen. Das vermerken Sie am besten in Ihrer Liste.

Generell gilt: Machen Sie sich bewusst, dass Bewerben viel mit Quoten zu tun hat: Nehmen Sie sich vor, jeden Tag eine qualifizierte Bewerbung abzuschicken, so lange, bis Sie eine geeignete Position gefunden haben. So kommen Sie am schnellsten zu Ihrem Ziel. Und lassen Sie sich durch etwaige Rückschläge nicht entmutigen – diese sind zwar schmerzvoll, aber gehören leider zur Bewerbungsphase dazu.

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