Do, 18. Jänner 2018

Blutige Feier

11.04.2006 22:38

57 Tote bei Bombenanschlag

Bei einem besonders heimtückischen Bombenanschlag auf eine islamische Feier sind am Dienstag in der pakistanischen Hafenstadt Karachi mindestens 57 Menschen getötet worden. Das bestätigte der pakistanische Innenminister Aftab Ahmed Khan Sherpao. Rund 50 weitere Teilnehmer der sunnitischen Feier zum Geburtstag des Propheten Mohammed seien verletzt worden. Zahlreiche Menschen wurden mit zum Teil schweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht.

Die Explosion habe sich unter der Bühne ereignet, auf der Prediger zu der Menge von mehreren tausend Muslimen sprachen, meldete der TV- Sender. Der Hintergrund der Explosion war noch unklar. Der Innenminister der Provinz Sindh Rauf Siddiqui, sagte, die Bühne sei vor Beginn der abendlichen Zeremonie von Sicherheitskräften kontrolliert worden. Vermutlich habe jemand die Bombe gelegt, nachdem die Prozession auf das Park-Gelände begonnen hatte. Augenzeugen vermuteten einen Selbstmordanschlag. Pakistans Innenminister Sherpao wollte dies nicht ausschließen.

Blutige Leichenteile lösten Panik aus
Der Anschlag löste Panik unter den Teilnehmern der Feier aus. Blutige Leichenteile lagen weit verstreut herum. Zahlreiche Rettungswagen und Hunderte Sanitäter waren im Einsatz. Unterdessen zeigte Geo Bilder von wütenden Menschen, die ein schweres Fahrzeug nahe dem Anschlagsort in Brand setzten. Auch zwei Tankstellen seien angezündet worden. Erst am Sonntag war es bei einer anderen Feier zum Geburtstag Mohammeds in Karachi zu einer Massenpanik gekommen. Mindestens 30 Frauen und Kinder waren dabei umgekommen.

Verschwörung wird vermutet
Die Veranstaltung am Dienstag war von der Sunniten-Partei Jamat Ahl-e-Sunnat organisiert worden. Auch ein Parteiführer sei unter den Todesopfern, hieß es. Ein Schiitenpolitiker sagte, Ziel des Anschlags sei gewesen, Schiiten und Sunniten gegeneinander aufzubringen. Es handele sich um eine Verschwörung gegen die "Einheit und Brüderlichkeit der Muslime". In den vergangenen Jahren war die Zehn- Millionen-Metropole Karachi häufig Schauplatz von Gewalttaten zwischen Sunniten und Schiiten. Zu der schiitischen Glaubensrichtung bekennen sich etwa ein Fünftel der pakistanischen Muslime.

 

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