Mo, 18. Dezember 2017

Späte Reue

26.02.2015 18:01

Auer Welsbach: "Wollte nie jemand schädigen"

Seit fünf Jahren sitzt Wolfgang Auer Welsbach wegen Betruges bereits in Haft: Zweimal wurde er bei Freigängen betrunken gestoppt. Jetzt bemüht er sich, seinen Opfern zu helfen. "Ich hatte nie vor, irgend jemand zu schädigen", meint Auer Welsbach im Gespräch mit der "Kärntner Krone".

Wäre Wolfgang Auer Welsbach nicht so, wie er ist, wäre er vielleicht schon wieder in Freiheit. Denn immerhin verbüßt der einstige Finanzzampano vom Wörthersee schon fast fünf von acht Jahren Haft, zu denen er wegen Millionenbetruges verurteilt worden ist.

Zweimal betrunken gestoppt
Aber nachdem der 59-Jährige – wie berichtet – bei Freigängen zweimal betrunken gestoppt worden war und kein Paradehäftling mehr ist, wird er wohl noch länger sitzen müssen. Und nutzt die Zeit in der Haftanstalt Karlau auch, um sich mit dem von ihm verursachten Schaden und der Aufarbeitung auseinanderzusetzen.

Vielleicht, um Gutpunkte zu sammeln, vielleicht, weil er wirklich reumütig ist, wie er der „Krone“ erklärt: "Ich hatte nie vor, irgend jemand zu schädigen, sondern wollte ein erfolgreiches Unternehmen langfristig aufbauen. Im Laufe des Strafverfahrens und der Haft ist mir klar geworden, dass ich zu engstirnig war und meine Fehler nicht erkannt habe. Ich versuche jetzt, den Schaden so gut es geht, wieder gut zu machen."

Indem Auer mit den Anlegervertretern kooperiert – diese versuchen ja in vielen Prozessen, Geld für die Opfer zurückzuholen.

"Jetzt kennt mich keiner mehr"
AvW ist "felsenfest" davon überzeugt, dass alle Opfer ihr Kapital zurückbekommen werden, weil sogar er selbst glaubt, dass er früher hätte gestoppt werden müssen: "Ich möchte meine Fehler keineswegs relativieren, so ist doch aber klar ersichtlich, dass auch die Finanzmarktaufsicht und somit die Republik Österreich, die Depotbank, der Wirtschaftsprüfer sowie die Ratingagentur Fehler zu verantworten haben. Ich wurde nie auf meine Fehler hingewiesen. Alle betroffenen Parteien haben durch die AvW in den Jahren Millionen verdient - und jetzt kennt mich keiner mehr."

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