Do, 14. Dezember 2017

"Krone"-Ombudsfrau

03.02.2015 17:00

Baustelle am Nachbargrund macht aus Haus Ruine

Zuerst stürzten Teile seines Hauses am Stadtplatz von Mattighofen (OÖ) ein, dann verhängte die Stadtgemeinde ein Benutzungsverbot und nun soll Andreas Höss auch noch für die teure Reparatur aufkommen. "Ich muss den Schaden, den mein Nachbar verursacht hat, auf eigene Kosten beheben!"

Andreas Höss fühlt sich von der Stadtgemeinde Mattighofen im Stich gelassen. Seiner Meinung nach hätte sie die Schäden an seinem Haus verhindern können, wenn sie den Bau auf dem Nachbargrundstück rechtzeitig eingestellt hätte. Er war mit seiner Familie gerade auf Urlaub, als ihn Nachbarn verständigten, dass für die Errichtung des Appartementhauses sein Garten abgegraben worden sei. "Dafür gab es keine Erlaubnis", sagt Höss, der das 400 Jahre alte Stadthaus in Mattighofen vor vier Jahren gekauft und renoviert hatte. "Es sollte das Haus werden, in dem meine Kinder aufwachsen."

Stadt putzt sich ab und hat Arbeiten im Nachhinein genehmigt
Nicht nur, dass die Stadt nicht eingegriffen hat, sie hat die Baumaßnahmen, laut Andreas Höss, im Nachhinein genehmigt. Die Folge: Am Haus von Höss kam es zu Setzungen, die eine überdachte Terrasse und einen Wohnraum im Obergeschoß gartenseitig betrafen. Die Stadt untersagte dem Familienvater die Benutzung des Hauses. Er wurde aufgefordert, einen Sanierungsplan vorzulegen.

Höss steht nach eigenen Angaben vor einem finanziellen Desaster: "Ich muss den Schaden, den mein Nachbar verursacht hat, auf eigene Kosten beheben. Ich kann das Geld dazu nicht aufbringen, da mir keine Bank einen Kredit auf ein Haus gibt, das schwer beschädigt ist." Auch ob und wie viel die Versicherung zahlt, sei fraglich. Mit seinen beiden kleinen Kindern und seiner Frau lebt er derzeit in einem Ausweichquartier in Salzburg.

Mattighofens Bürgermeister Friedrich Scharzenhofer: "Der Sachverständige des Bezirksbauamtes war beigezogen und die gesetzlichen Voraussetzungen für einen Baustopp waren bzw. sind nicht gegeben." Außerdem sei das Haupthaus von Herrn Höss von den Baugebrechen nicht betroffen und bewohnbar...

Riecht nach Skandal, oder?

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