Mi, 22. November 2017

Von Deutschland

03.02.2015 12:29

Russische Abgeordnete wollen „3 bis 4 Billionen €“

Abgeordnete des russischen Parlaments wollen die durch den Zweiten Weltkrieg verursachten Schäden auf sowjetischem Territorium quantifizieren und danach von Deutschland "nicht weniger als drei bis vier Billionen Euro" fordern. Das berichtete am Dienstag die Moskauer Zeitung "Iswestija" mit Verweis auf den rechtspopulistischen Mandatar Michail Degtjarjow.

Deutschland habe der UdSSR faktisch keine Reparationen für Zerstörungen und Gräueltaten während des Zweiten Weltkrieges bezahlt, erklärte Degtjarjow. Der Duma-Abgeordnete gehört der Liberaldemokratischen Partei des Ultranationalisten Wladimir Schirinowski an.

Nach dem Abkommen von Jalta habe die Sowjetunion lediglich etwas deutschen Besitz aus dem sowjetischen Sektor erhalten, der Kriegsschaden sei jedoch nie kompensiert worden. Da lediglich mit der DDR ein Abkommen über einen Verzicht auf Reparationszahlungen beschlossen worden sei, sei diese Frage in Bezug auf die BRD und das wiedervereinigte Deutschland nach wie vor aktuell, sagte der Abgeordnete: "Durch das Forcieren illegaler EU-Sanktionen durch Deutschland wird Russland zudem weiterhin geschädigt."

Keine Rede von Österreich
Während Deutschland Zahlungen für sechs Millionen Holocaust-Opfer geleistet habe, seien 27 Millionen Sowjetbürger, darunter 16 Millionen Zivilisten, ignoriert worden, klagte Degtjarjow. "Ich denke, dass die Gesamtsumme der Reparationen nach aktuellen Maßstäben nicht weniger als drei bis vier Billionen Euro betragen muss, die Deutschland Russland als Rechtsnachfolger der UdSSR zahlen muss." Von Österreich, das zum Zeitpunkt des Zweiten Weltkrieges bekanntlich Teil von Nazi-Deutschland war, ist hingegen keine Rede.

Ein von "Iswestija" befragter Abgeordneter und auch ein weiterer Experte bezweifelten die Möglichkeit, 70 Jahre nach Kriegsende tatsächlich Reparationszahlungen erhalten zu können. Ohne diesen Krieg würde die Bevölkerung Russlands 2015 rund 300 bis 400 Millionen Menschen betragen und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes wäre eine ganz andere, zitierte die Zeitung den kommunistischen Parlamentsabgeordneten Wladimir Komojedow: "Der Einsatz einer Arbeitsgruppe zur Quantifizierung des Schadens ist nötig, die Wahrscheinlichkeit eines Staatsvertrags über Reparationszahlungen jedoch äußerst gering."

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden