Do, 23. November 2017

Niemand schlug Alarm

02.01.2015 11:42

Kollaps in Wiener Öffi-Aufzug: Mann gestorben

Tragischer Vorfall in einem Aufzug der Wiener U-Bahn-Station Volkstheater: Am 26. Dezember brach dort ein Mann - wohl infolge einer Herzattacke - zusammen. Obwohl etliche Passanten den Mann am Boden liegend sahen, alarmierte niemand die Rettung. Wenig später war er tot. Der Fall hat auch Konsequenzen für zwei Mitarbeiter der Wiener Linien. Da sie den nächtlichen Routine-Kontrollgang - dabei hätten sie den Kollabierten finden müssen - ausfallen ließen, wurden beide entlassen.

Der 58-jährige Mann war, wie erst jetzt bekannt wurde, gegen 2 Uhr am Stefanitag in den Lift eingestiegen und dort - vermutlich erlitt er einen Herzinfarkt - zusammengebrochen. Fünf Stunden lang lag er in der Kabine, keiner der Passanten, die den Aufzug nutzten, betätigte den Notruf oder verständigte die Rettung. Kurz vor 7 Uhr fand eine Reinigungskraft der Wiener Linien den Mann und rief die Einsatzkräfte - der 58-Jährige verstarb jedoch noch am Weg ins Krankenhaus.

"Kontrollgang eigenmächtig ausfallen lassen"
Eigentlich hätte der Mann aber schon früher entdeckt werden müssen, denn routinemäßig führen die Wiener Linien elektronisch dokumentierte Rundgänge durch - auch in der Nacht. "Zwei Mitarbeiter haben diesen Kontrollgang eigenmächtig ausfallen lassen", erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Aus dieser grobe Verfehlung habe man nun personelle Konsequenzen gezogen und beide Personen entlassen.

Ermittlungen gegen Passanten, die tatenlos zusahen
Aber auch von Passanten kam keine Hilfe: Wie die Videoaufzeichnungen zeigen, stiegen mehrere Menschen über den 58-Jährigen und fuhren mit dem Lift. Die Polizei prüft deshalb derzeit auch eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung, wie ein Sprecher sagte. Sollte die Prüfung positiv ausgehen, werde man versuchen, mithilfe des Videomaterials jene Personen zu finden, die den Aufzug benutzt haben.

Die Wiener Linien wollen den tragischen Vorfall auch nutzen, um nicht nur intern ihre Mitarbeiter auf die Bedeutung von regelmäßigen Rundgängen aufmerksam zu machen und die Kontrollen nachzuschärfen, sondern auch Fahrgäste dazu aufzurufen, jedenfalls Hilfe zu holen. Dazu werde man verstärkt Kampagnen schalten, so der Sprecher.

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