Do, 23. November 2017

Feier in Stockholm

09.10.2014 06:41

„Nobelpreis“ für Musik an Wiener Philharmoniker

Es ist der Musiker-Olymp! Die Wiener Philharmoniker durften am Mittwoch in der schwedischen Hauptstadt Stockholm quasi den "Nobelpreis" für Musiker entgegennehmen. Ganz bewusst in der Nobelpreiswoche wurde das österreichische Starorchester mit dem Birgit-Nilsson-Preis ausgezeichnet – dotiert mit einer Million Dollar, umgerechnet rund 775.000 Euro.

Es war eine mehr als würdige, eben eine königliche Zeremonie und Festveranstaltung im Konzerthaus in Stockholm. Die Damen im langen Kleid, die Herren im Smoking, die Philharmoniker natürlich in ihrer Arbeitskleidung, dem Frack. Entsprechend festlich war die Stimmung als König Carl Gustaf und Königin Silvia zur königlichen Hymne den Saal betraten.

Vor dem Orchester der Wiener Staatsoper ist der von der schwedischen Ausnahmesopranistin Birgit Nilsson vor ihrem Tod gestiftete Preis erst zweimal vergeben worden: an den Tenor Placido Domingo und an den Stardirigenten Riccardo Muti. Der Maestro würdigte die Philharmoniker in einer Rede und bedankte sich für 44 Jahre wunderbare Zusammenarbeit, bevor die Starmusiker aus Wien das Publikum mit "Les Preludes" von Franz Liszt in ihre Welt entführten, in die Welt der bezaubernden Musik.

König Carl Gustaf überreichte den Preis
"Ich freue mich sehr, dass ich diesen Preis den Philharmonikern überreichen darf, schließlich kennt man das Neujahrskonzert aus Wien in der ganzen Welt", hatte König Carl Gustaf bereits vor der Preisverleihung gesagt. Aber natürlich erhielten die österreichischen Ausnahmemusiker den Preis nicht für ihren alljährlichen TV-Auftritt rund um den Globus, sondern für ihr gesamtes Schaffen in den vergangenen 172 Jahren ihres Bestehens.

Orchestervorstand Andreas Großbauer und sein langjähriger Vorgänger Clemens Hellsberg nahmen den Preis dann stellvertretend für die mehr als 140 Orchestermitglieder aus den Händen des Königs entgegen. Nach sehr emotionalen Dankesworten zeigten die Philharmoniker dann mit einem Stück aus "Tristan und Isolde" von Richard Wagner ihr unvergleichliches Können.

Fischer "außerordentlich stolz"
Auf Einladung des schwedischen Königshauses eigens angereist waren auch Bundespräsident Heinz Fischer und seine Frau Margit. Das österreichische Staatsoberhaupt, das anschließend mit den Philharmonikern noch bei einem Bankett im Grand Hotel feierte, gab sich wörtlich "außerordentlich stolz", dass dieser herausragende Preis an unsere Philharmoniker ging. "Das ist schon sehr, sehr erfreulich", strahlte Fischer.

Das Preisgeld, so haben die Wiener Philharmoniker in einer Abstimmung entschieden, soll für eine Digitalisierung und einen weiteren Ausbau ihres 142 Jahre zurückreichenden musikalischen Archivs verwendet werden.

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