Sa, 25. November 2017

„Habe nur gewartet“

10.02.2014 13:07

Polizist saß 20 Min. auf Tierschützer - verurteilt

Im Grazer Straflandesgericht ist am Montag ein Polizist zu einer Geldstrafe und vier Monaten bedingter Haft wegen Amtsmissbrauchs, Nötigung, absichtlicher Körperverletzung und Verleumdung verurteilt worden. Im Zuge einer Treibjagd war es zu einer Auseinandersetzung mit Tierschützern gekommen, bei der sich der Polizist 20 Minuten lang auf einen der Aktivisten gesetzt hatte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Am Stadtrand von Graz waren im Dezember 2011 zwei Tierschützer und zwei Polizisten aufeinandergetroffen. Die Situation schaukelte sich so auf, dass schließlich ein Polizist einen der Aktivisten 20 Minuten lang am Boden fixierte. Grund für die Auseinandersetzung war, dass beide Seiten einander nicht die Personalien bzw. Dienstnummern verraten wollten. Außerdem filmten die Tierschützer die Szenen, was wiederum die Polizisten irritierte.

"Nur gewartet, bis Unterstützung kommt"
Was dann genau geschah, konnte nicht einwandfrei geklärt werden. Auf jeden Fall fielen im Zuge der Streitereien ein Polizist und ein Tierschützer zu Boden, anschließend setzte sich der Ordnungshüter auf den Aktivisten und hielt ihn auf diese Weise am Boden fest. "Ich habe nur gewartet, bis Unterstützung kommt. Und der Oberst hat gesagt, es soll alles so bleiben, wie es ist", gab der Angeklagte dazu an.

Polizist muss 2.400 Euro Strafe zahlen
Am letzten Tag der mehrmals vertagten Verhandlung rang sich der Angeklagte so etwas wie ein Geständnis ab: "Ich habe vielleicht einen Fehler gemacht", räumte der seit Dezember 2013 suspendierte Beamte ein. Selbst Verteidiger Andreas Berchtold betonte: "Die ganze Angelegenheit ist von beiden Seiten nicht glücklich gelaufen."

Richter Erik Nauta wertete dies als Geständnis und meinte zum Beschuldigten: "Hoffentlich lernen Sie etwas aus der Geschichte." Der Polizist wurde nicht rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 2.400 Euro sowie vier Monaten bedingter Haft verurteilt.

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