Fr, 24. November 2017

Im 98. Lebensjahr

07.01.2014 15:57

Opernball-“Übermutter“ Schönfeldt gestorben

Christl Schönfeldt, Mutter des Wiener Opernballes, ist am 30. Dezember 2013 im 98. Lebensjahr in ihrer Wohnung in Wien verstorben. Am Dienstag wurde Schönfeldt im engsten Familienkreis am Friedhof Grinzing beigesetzt, gab die Wiener Staatsoper bekannt.

"Christl Schönfeldt hat wesentlich dazu beigetragen, den Ball als glanzvolles Fest und zu einem der bedeutendsten österreichischen Gesellschaftsereignisse zu etablieren. Ich habe sie persönlich sehr geschätzt. Mein Team und ich bedauern ihren Tod sehr. Sie wird immer die 'Übermutter’ des Opernballs bleiben", so Opernball-Organisatorin Desiree Treichl-Stürgkh.

Schönfeldt wurde am 29. April 1916 in der Bundeshauptstadt geboren und studierte an der Universität Wien Anglistik, Philologie und Musikwissenschaft. Unmittelbar nach ihrer Promotion zum Dr. phil. wurde sie Sekretärin des Ordinarius für Musikwissenschaft, Erich Schenk, später dann des Ethnologen Hugo Adolf Bernazik. Nach Kriegsende war sie als freie Mitarbeiterin in der damaligen Ravag, der ersten österreichischen Rundfunkgesellschaft, tätig.

1946 wurde sie von Ernst Haeusserman zum Sender Rot-Weiß-Rot geholt, wo sie das Musikstudio Wien aufbaute. Ein Jahr später heiratete sie den damaligen Nachrichtensprecher von Rot-Weiß-Rot, Carl Graf Schönfeldt, der unter dem Pseudonym Rudolf Hornegg auftrat. Es folgten zahlreiche Kultur- und Musiksendungen, die sich beim Publikum großer Beliebtheit erfreuten. Gemeinsam mit Kammerschauspielerin Hilde Wagener gründete sie den Verein "Künstler helfen Künstlern", dessen Vorstandsmitglied, Vizepräsidentin und Präsidentin sie lange war.

Organisierte ersten Opernball 1955
1955 holte sie Direktor Karl Böhm als seine persönliche Referentin an die Wiener Staatsoper. Einer ihrer Aufgabenbereiche war die Organisation und Durchführung des ersten Wiener Opernballes nach dem Krieg im Jahre 1956 im wiederaufgebauten Opernhaus. "Es war das erste große Fest nach all den schrecklichen Jahren. Alle waren in freudiger Hochstimmung. Es war glanzvoll und erhebend und sofort ein Ball von Weltformat", hatte sich Christl Gräfin Schönfeldt einst erinnerte. Als beeindruckendsten Opernball nannte die Grande Dame jenen im Jahr 1979, als sie das spanische Königspaar begrüßen durfte. Noch 2012 hatte Schönfeldt den Opernball selbst besucht.

Nach dem Ende ihrer Tätigkeit als Opernball-Referentin der Wiener Staatsoper exportierte Schönfeldt die Idee des Wiener Opernballs in alle Welt: So organisierte sie u.a. 1982 und 1983 den Opernball in der Alten Oper Frankfurt und wurde 1986 von Zubin Mehta gebeten, ihm bei den Vorbereitungen für einen New Yorker Philharmoniker Ball zu helfen.

1970 wurde die Ballmutter mit dem Goldenen Ehrenzeichen, zehn Jahre später mit dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Im Jahr 2000 erhielt sie das Österreichische Ehrenkreuz.

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