Mo, 18. Dezember 2017

"Krone"-Rezension

07.10.2013 17:00

Django 3000 feiern den leichtfüßigen Gypsy-Pop

Aus puren Zufällen entstehen oft die besten Ergebnisse. So auch bei den Süddeutschen Django 3000, die ihren ureigenen "Gypsy-Pop" nicht am Reißbrett erzeugt haben, sondern ohne große Vorplanung in ihre neue Karriere gerutscht sind. Mit dem neuem Album "Hopaaa!" starten sie jetzt endgültig den Angriff auf die Gehörgänge traditioneller Stilverweigerer.

Manchmal treibt das Leben eben seltsame Blüten. Als Django 3000 im Jahre 2011 ihr Video zum Song "Heidi" auf YouTube hochluden, waren sie noch nicht einmal eine Band. Nur zwei Jahre später erklingt das Lied als Titelmelodie der ZDF-Fernsehserie "Die Garmisch-Cops", haben die vier Bayern einen Plattenvertrag in der Tasche und veröffentlichen mit "Hopaaa!" bereits ihr zweites Studioalbum. Damit treffen sie ganz nebenbei auch den Nerv der Zeit, denn gerade zur Laugenbrezen und der Maß Bier beim Oktoberfest oder auch der Wiener Wies'n lässt sich der Gypsy-Pop des Quartetts besonders gut genießen.

Spaß am Leben
Django 3000 zelebrieren in ihren Kompositionen nämlich die pure Lebenslust und verstehen sich als multikulturelle Stilverweigerer. Die "Gypsy Disco" besingen die Bayern schon im Opener "Wuid und laut" – garniert wird diese rhythmische Fröhlichkeit mit lebensbejahenden Geigeneinsätzen und prägnanten Kontrabass-Zupfklängen. "Lieber den Verstand verlieren als das Leben net gspian" ist einer der markanten Grundsätze von Django 3000, der sich akustisch in Songs wie "Am End vo da Welt", "Auf und davo" oder "Koda und Katz" wiederspiegelt. Dass die Jungs ihren Lagerfeuer-Sound mit bayrischem Dialekt anreichern, ist der Gesamtauthentizität des Werkes nur zuträglich.

Beim gespenstisch-traurigen "Hey Mam" steigen Django 3000 auch kurz aus dem Party-Planenwagen aus, um mit ernsten, fast schon berührenden Klängen zu überraschen und damit einhergehend die Vielseitigkeit im Songwriting aufzuzeigen. Es mag schon seine Berechtigung haben, dass man die Süddeutschen mit LaBrassBanda oder Russkaja vergleicht, doch die Herangehensweise ist eine ganz andere. Django 3000 wirken nicht nur musikalisch, sondern auch vom Typ her stärker und ehrlicher in ihren Themen verwurzelt und erschaffen damit ein musikalisches Rezept, bei dem alles zueinander passt.

Ganz und gar nicht zufällig
So gehen auch die Texte nicht in unpassende Gesellschaftstiefen, sondern erzählen leidenschaftlich von realen Erlebnissen und Begebenheiten, ohne die nervtötende Moralkeule zu schwingen und sich dem Hörer anzubiedern. Somit gelingt dem Quartett auf "Hopaaa!" der Spagat zwischen bayrischer Folklore und internationaler Erhabenheit, die Vermischung aus dörflichem Wirtshaussound und grenzenlosem Gypsy-Pop-Funk-Jazz. Und im Gegensatz zur Entstehungsgeschichte der Band wirkt ihre Musik ganz und gar nicht zufällig.

Wer die interessante Sound-Mixtur live erleben möchte, hat im November gleich drei Chancen dazu. Am 1. November beehren sie das Wiener B72, am 21. das Salzburger Rockhouse und am 22. den Weekender Club in Innsbruck. Karten erhalten Sie unter 01/960 96 999 oder im "Krone"-Ticketshop.

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