Di, 17. Oktober 2017

Bei Truppenbesuch

10.05.2013 09:19

Golan-Soldaten zu Klug: „Haben die Lage im Griff“

Truppenbesuch in der umkämpftesten Region im Vorderen Orient: Verteidigungsminister Gerald Klug reiste auf die Golanhöhen, um sich bei persönlichen Gesprächen ein Bild von der Gefährlichkeit der rot-weiß-roten UN-Friedensmission zu machen. Die österreichischen Soldaten versicherten: "Wir haben die Lage im Griff." Anders sieht das offenbar der Außenminister der Philippinen, der nach der neuerlichen Entführung einiger Blauhelme den Abzug des philippinischen Kontingents empfahl.

Tägliches Artilleriefeuer in Hörweite des Österreicher-Camps Faouar, blutiger Bürgerkrieg in Syrien, israelische Luftangriffe, und jetzt auch noch die Entführung von vier philippinischen Blauhelmen auf dem Golan: "Theoretisch haben wir mit dem Bürgerkrieg nichts zu tun. Praktisch sind wir mittendrin", fasst Oberstleutnant Paul Schneider die Lage zusammen. Gründe genug für Minister Gerald Klug, sich ein persönliches Bild zu verschaffen.

"Wir haben neue kugelsichere Westen und Helme, gepanzerte Fahrzeuge sowie Schutzvorkehrungen gegen Chemieangriffe erhalten. Damit ist unsere Truppe bestens ausgerüstet", bekräftigte der Kontingentkommandant. Auch die Soldaten selbst sind überzeugt: "Wir haben die Lage im Griff, auch wenn sie sich zuspitzen sollte. Einen Giftgaseinsatz erwarten wir ohnehin nicht."

Klug: Österreicher sind "Beobachter, keine Schiedsrichter"
Verteidigungsminister Klug: "Unsere Soldaten sind hier als Beobachter zwischen Israel und Syrien gleichsam die Augen und Ohren der UNO. Sie dürften aber keinesfalls Schiedsrichter zwischen syrischen Regierungstruppen und Rebellen werden." Für den Fall einer Eskalation baute Klug am Donnerstagvormittag bei seinem israelischen Amtskollegen Moshe Yaloon vor: Die beiden Verteidigungsminister trafen sich in Tel Aviv und berieten einen allfälligen Blitzabzug.

Philippinisches Kontingent zieht sich zurück
Einen solchen dürfte nun das Kontingent der Philippinen hinlegen. Nach der Entführung von vier Blauhelmsoldaten aus dem Inselstaat am Dienstag (siehe Infobox) will das Land nun seine 342 Soldaten von den Golanhöhen abziehen. Ein herber Rückschlag für die UNO-Mission, schließlich stellen die Philippinen beinahe die Hälfte der Truppe. Außenminister Albert del Rosario bestätigte am Freitag, dass er eine entsprechende Abzugsempfehlung an Präsident Benigno Aquino geschickt habe.

Die Philippiner würden demnach von syrischen Rebellen als menschliche Schutzschilde gegen die Soldaten des Regimes von Präsident Bashar al-Assad benutzt. "Unsere Empfehlung ist ein früher Abzug unserer Männer, weil wir denken, dass das Gefahrenpotenzial über tolerierbaren Grenzen liegt", sagte Del Rosario gegenüber Journalisten. Die Entführung der Friedenssicherungskräfte sei eine grobe Verletzung des Völkerrechts, und die Philippinen legten großen Wert auf die Sicherheit ihrer Soldaten.

Verteidigungsministerium sieht keinen Handlungsbedarf
Österreich sieht nach der Abzugsankündigung der Philippinen vorerst noch keinen Handlungsbedarf. Der letzte Informationsstand des Verteidigungsministeriums laute, dass die philippinischen Soldaten auf den Golanhöhen bleiben, sagte ein Sprecher von Klug Freitag früh. Bei den aktuellen Meldungen handle es sich demnach um eine innenpolitische Debatte. Der philippinische Außenminister habe dem Präsidenten einen Abzug vorgeschlagen - dies sei jedoch noch keine fixe Entscheidung. Sollte es doch dazu kommen, sei das eine "Herausforderung", der sich die UNO stellen müsse, so der Sprecher.

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