Mi, 22. November 2017

Für Kredite

25.09.2012 15:07

Sharp offenbar vor radikalem Konzernumbau

Der angeschlagene japanische Elektronikhersteller Sharp muss einem Medienbericht zufolge 11.000 Jobs streichen - mehr als doppelt so viel wie bisher angenommen. Außerdem werde der Konzern Unternehmensteile verkaufen und die Gehälter kürzen, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag. Sie berief sich dabei auf einen Plan, den das Unternehmen seinen größten Gläubigerbanken am Montag präsentierte. Im Gegenzug für die drakonischen Sparmaßnahmen könnte Sharp demnach neue Kredite über 360 Milliarden Yen (3,6 Milliarden Euro) erhalten.

Der Plan zum Konzernumbau sieht dem Bericht zufolge eine Neustrukturierung des Geschäfts mit LCD-Bildschirmen vor. Zudem solle die Abteilung für kleine Bildschirme, die für mobile Geräte wie Smartphones und Tablet-Computer gedacht sind, gestärkt werden. Dagegen wird das Solarzellengeschäft den Angaben zufolge größtenteils aufgegeben. Gestrichen werden soll jede fünfte der 57.000 Stellen weltweit. Laut Kyodo könnten in Japan mindestens 3.000 Stellen betroffen sein. Tausende weitere könnten wegfallen, indem Sharp Montage-Fabriken in Mexiko, China und Malaysia verkaufe.

Im Gegenzug für die Sparmaßnahmen könnte Sharp schon bald mit überlebenswichtigen Krediten in Milliardenhöhe rechnen. Bereits am Donnerstag könnten die Banken grünes Licht für Darlehen über umgerechnet rund 2,1 Milliarden Euro geben, sagte ein Insider bei einem Hauptkreditgeber am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Unklar sei allerdings noch, ob die Geldgeber Nachbesserungen bei dem Sparplan fordern oder die Gelder schon am Donnerstag freigeben. Letztendlich würden die neuen Darlehen aber wohl bewilligt, weil die Banken ansonsten Gefahr liefen, Sharps gesamten Schuldenberg abschreiben zu müssen.

Der japanische Konzern hatte im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 376,1 Milliarden Yen eingefahren. Für dieses Jahr erwartet das Unternehmen 250 Milliarden Yen Verlust. Im August kündigte Sharp deshalb bereits an, 5.000 Jobs zu streichen.

Derzeit verhandelt Sharp mit dem Mutterkonzern des Technologie-Zulieferers Foxconn, Hon Hai, über einen Einstieg der Taiwaner in den Konzern. Hon Hai soll einen Anteil von 9,9 Prozent von Sharp für 66,9 Milliarden Yen erhalten. Das Geschäft wurde allerdings schon im Frühling vereinbart; der Wert der Sharp-Aktien ist seither um rund zwei Drittel gefallen. Die Nachverhandlungen ziehen sich deshalb hin.

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