So, 19. November 2017

Kunst & Provokation

21.07.2012 17:00

Gloria von Thurn und Taxis‘ Traumrolle: Fürstin

Festspielzeit ist's in Salzburg – und damit auch wieder Saison für Gloria von Thurn und Taxis und ihre schillernden Auftritte. Zwar wandelte sie sich längst von der Party-Prinzessin zur Vorzeige-Katholikin. Doch das Provozieren gehört immer noch zu ihren heimlichen Leidenschaften.

Was wäre die große Bühne Salzburg ohne die alljährlichen Auftritte eines bunten Vogels namens Gloria? Die Prinzessin von Thurn und Taxis liebt Überraschungen. Manchmal taucht sie im braven Dirndl vor dem Festspielhaus auf, dann wieder im mintgrünen Doris-Day-Kostüm samt dicker Oma-Brille. Gelegentlich zeigte sie sich auch schon lässig zigarrerauchend bei einer Opernpremiere oder ritt auf ihrer Harley Davidson in den Festspielbezirk ein. Seit einigen Jahren wird ihr Erscheinen durch die malerische Figur des Begleiters noch unterstrichen: Mächtig wie ein Magnolienbaum schreitet stets der "Vogue"-Modeguru André Leon Talley neben Gloria einher (Bild 2).

Festival ohne Genre-Grenzen
Beim Hang der Prinzessin zur feierlichen Seite der Kunst war es nur logisch, dass sie irgendwann ihr eigenes Festival ins Leben rief: Auf ihrem Schloss St. Emmeran bei Regensburg gehen am Sonntag die bereits zehnten Festspiele zu Ende. Gloria betreibt viel Aufwand für das Open-Air-Event, zu dem immerhin 30.000 Zuseher pilgern. "Bei mir vermischt sich Arbeit und Freizeit dermaßen, dass ich das oft gar nicht auseinanderhalten kann", spielt sie die Mühe herunter, "ich bin ja immer im Dienst."

Das Programm setzt sich unbekümmert über Genre-Grenzen hinweg: erst Mozarts "Zauberflöte", dann die britische Popsängerin Katie Melua ("Shy Boy"), gleich darauf eine ABBA-Disco-Show. Und die Veranstalterin natürlich stets mit dabei, wenngleich diesmal nur im Zuschauerraum: "Meine Traumrolle ist die Fürstin von Thurn und Taxis, und die spiele ich jeden Tag."

Gloria provoziert gerne
Zu dieser Rolle gehört es wohl auch, immer wieder zu provozieren. Waren es in ihrer Jugend wilde Party-Exzesse, so lässt die zur strengen Katholikin gereifte Mutter von drei erwachsenen Kindern heute gern mit markigen Sprüchen zur Moral aufhorchen: "Sex wird heute wie ein Butterbrot konsumiert, das ist doch langweilig." Verhütung bei Teenagern? "Die sollen lieber Tennis spielen." Ehe? "Ich finde es sehr schade, dass es keine Zwangsheirat mehr gibt, ich bin eine begnadete Vermittlerin."

Ob sie auch schafft, was sich Salzburg-Mitstreiterin Regine Sixt launig gewünscht hat, nämlich einen Auftritt von Anna Netrebko in Regensburg? "Die wäre ein Hammer", seufzt die Prinzessin, "leider nicht ganz unsere Preisklasse."

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