Mi, 13. Dezember 2017

Völlig neue Art

11.04.2012 22:18

Riesen-Silberfisch in Höhle in Portugal entdeckt

Im Süden Portugals haben Forscher einen Riesen-Silberfisch entdeckt. Bei dem etwa drei Zentimeter langen Tier handle es sich um "das größte unter der Erde lebende Insekt Europas", berichtete am Mittwoch die Universität von Aveiro. Wenn man die insgesamt fünf langen Fühler am Kopf und am Hinterleibsende hinzurechne, komme das Tier auf stolze zehn Zentimeter, hieß es.

Die zu den flügellosen Insekten zählenden Silberfischchen, die häufig in Küchen und Badezimmern zu finden sind, werden lediglich sieben bis zehn Millimeter lang. Die bis dato unbekannten pigmentlosen Riesen-Silberfische (Bild) wurden von der Biologin Ana Sofia Reboleira in vier Höhlen in der Touristenregion Algarve entdeckt und gehören den Angaben zufolge einer völlig neuen Art und Gattung an.

Die Insekten, die den wissenschaftlichen Namen Squamatinia algharbica erhielten, kommen nie ans Tageslicht und haben deshalb auch keine Augen. "Außerhalb der Höhlen können sie nicht überleben", sagte Reboleira, die die Tiere deshalb als "bio-geographisches Relikt, das oberhalb der Erdoberfläche keine Familienangehörigen mehr hat", bezeichnete.

Population vermutlich sehr klein
"Sie haben irgendwann einmal unter der Erde Zuflucht gesucht und so mehrere Klimaepochen überlebt", fügt die 31-jährige Forscherin erklärend an. Die "herkömmlichen" Silberfischchen ernähren sich vor allem von Mehl und Zucker, fressen aber auch Stoff und Papier.

Wovon sich die nun entdeckte Tierart ernähre, wisse man noch nicht, im Mageninhalt seien aber Pflanzenzellen gefunden worden, verriet die Forscherin. Da es unterhalb der Erde aber kein Licht und demzufolge auch keine Fotosynthese gebe, hätten diese Tiere sicher nur sehr wenig Nahrung zur Verfügung. Man könne deshalb davon ausgehen, so Reboleira, dass die Tierpopulation sehr klein sein müsse.

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