Do, 23. November 2017

Wollte „Atomkrieg“

21.10.2011 14:50

Steve Jobs wollte Googles Android „vernichten“

Wenige Tage vor der Veröffentlichung der autorisierten Steve-Jobs-Biografie von Walter Isaacson kommen immer mehr Details über das Leben des Apple-Mitgründers ans Tageslicht – darunter nicht nur sein Kampf gegen den Krebs (krone.at berichtete), sondern auch seine Verachtung für Googles Handybetriebssystem Android. Jobs soll vor seinem Tod regelrecht davon besessen gewesen sein, die konkurrierende Smartphone-Plattform zu "vernichten".

"Wenn es sein muss, werde ich meinen letzten Atemzug dafür verwenden und jeden Penny von Apples 40 Milliarden Dollar bei der Bank, um dieses Unrecht zu korrigieren. Ich werde Android vernichten, weil es ein gestohlenes Produkt ist", schimpfte Jobs laut Isaacson über die konkurrierende Google-Plattform, die der Apple-Mitgründer für eine abgekupferte Version des hauseigenen iPhone- und iPad-Systems iOS hielt. "Ich werde einen Atomkrieg dagegen führen", so Jobs laut einem Bericht des Online-Portals "Huffington Post" vom Freitag, das vorab Auszüge aus der Biographie veröffentlichte.

Jobs sei bei dem Gespräch über Android "wütender geworden, als ich ihn je gesehen habe", schreibt Isaacson. Der Apple-Gründer habe sich auch extrem abfällig über Google-Angebote geäußert: "Außerhalb der Suche sind Googles Produkte - Android, Google Docs - Mist." Er habe erfolglos versucht, Google von der Entwicklung eines eigenen Smartphone-Betriebssystems abzubringen und dem Internetkonzern dafür auch einen prominenten Platz auf Apples iPhones versprochen.

Weltweite Patentstreitigkeiten
Die in der Biografie beschriebene Haltung von Steve Jobs erklärt auch die unversöhnliche Härte, mit der aktuell vor Gerichten in aller Welt um Patentrechte in der Mobilfunk-Branche gestritten wird. Android-Smartphones sind der schärfste Konkurrent von Apples iPhone, weshalb sich der kalifornische Hersteller und Mitbewerber wie Samsung oder HTC derzeit gegenseitig mit Patentklagen und Designklau-Vorwürfen überziehen.

Googles Android ist in kürzester Zeit zur stärksten Kraft im schnell wachsenden Smartphone-Markt aufgestiegen. Dazu trug auch bei, dass das Betriebssystem von mehreren Handyherstellern genutzt wird. Google vermarktet Android als offene und kostenlose Software, die Anbieter stehen aber im Visier zahlreicher Patentklagen, vor allem von Apple. Außerdem zahlen etliche von ihnen Lizenzgebühren an Microsoft, um rechtlichen Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen.

Apple scheint im Gegensatz zu Microsoft weniger daran interessiert, Lizenzzahlungen von den Android-Herstellern zu bekommen, sondern dass die angeprangerten Technologien von den Konkurrenz-Geräten verschwinden. Google versucht derzeit, mit dem Kauf des traditionsreichen Handyherstellers Motorola für 12,5 Milliarden Dollar das Patent-Arsenal hinter Android aufzustocken, um mehr Verhandlungsmasse in den Konflikten zu haben.

Erste autorisierte Biografie von Steve Jobs
Für das Buch "Steve Jobs. Die autorisierte Biografie des Apple- Gründers" hatte Isaacson in einem Zeitraum von zwei Jahren mehr als 40 Interviews mit Jobs geführt. Auch Freunde und Familienmitglieder kommen darin zu Wort. Das Buch erscheint am Montag in den USA, die deutsche Version am Donnerstag.

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