Do, 24. Mai 2018

Verurteilt

20.09.2011 14:01

Betrüger spekuliert vergeblich auf Haftuntauglichkeit

Ein offensichtlich unbelehrbarer Betrüger, der seiner Machenschaften wegen bereits über zehn Jahre im Gefängnis verbracht hat, ist am Dienstag im Straflandesgericht Wien zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der 42-Jährige hatte, unmittelbar nachdem ihm wegen einer schweren Erkrankung ein Strafaufschub wegen Vollzugsuntauglichkeit gewährt und er damit vorzeitig aus seiner bisher letzten Haft entlassen worden war, ungeniert mit seinen Betrügereien weitergemacht.

Der Mann bestellte über das Internet Computer, Laptops und Mobiltelefone, wobei er dabei stets einen falschen Namen angab, sich als Firmenbesitzer ausgab und als Zustelladresse die Anschrift seiner ahnungslosen Freundin angab. Die Waren ließ sich der 42-Jährige teilweise von Transportunternehmen bzw. Taxis zustellen, da er nicht tagelang ihr Eintreffen abwarten wollte. Die Elektronikartikel verkaufte er dann umgehend weiter. Während er selbst keinen Cent bezahlte, "verdiente" er damit zwischen Juli und November 2010 immerhin 30.000 Euro.

Gesamtschaden in Höhe von 100.000 Euro angerichtet
Darüber hinaus mietete sich der Betrüger wiederholt in Hotels in Wien, Graz und Bad Ischl ein und blieb die Kosten für Nächtigung und Konsumation in den hoteleigenen Restaurants schuldig. Insgesamt richtete der 42-Jährige, der sich nun vor einem Schöffensenat geständig zeigte, einen Schaden von knapp 100.000 Euro an.

Bei seinem betrügerischen Treiben dürfte der Umstand eine Rolle gespielt haben, dass der 42-Jährige meinte, infolge seiner Krankheit weiterhin haftuntauglich zu sein. Einem aktuellen medizinischen Gutachten zufolge ist derzeit allerdings Vollzugstauglichkeit gegeben, sodass sich das Gericht genötigt sah, die angeklagten Taten "unbedingt mit einer strengen Strafe zu ahnden", wie die Vorsitzende in der Urteilsbegründung ausführte. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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