So, 18. Februar 2018

Wild mit "Überdosis"

19.08.2011 15:14

NÖ: Erhöhter Quecksilber-Wert im Rehfleisch

Da kann einem das Essen im Hals stecken bleiben! Im Fleisch von Rehwild wurden im Bezirk Bruck an der Leitha in Niederösterreich stark erhöhte Quecksilber- und Bleiwerte festgestellt. Der Verkauf der betroffenen Lebensmittel wurde daraufhin verboten. Experten der verschiedensten Behörden suchen nun nach der Ursache für die Vergiftung.

Wild gilt eigentlich als gesundes, hochwertiges Naturprodukt. In den Jagdrevieren in der Region Bruck an der Leitha werden Genießer in den nächsten Wochen dennoch nicht danach greifen.

Bundesheer-General Freyo Apfalter hatte heeresinterne Kontrollen von Wildfleisch auf Schwermetallbelastung angeordnet, nachdem er darüber gelesen hatte. Das in der sogenannten Jagdkammer gelagerte Rehfleisch wurde vom eigenen Labor in Wien-Simmering untersucht.

"Grenzwert um das Hundertfache überstiegen"
Das Ergebnis war schockierend und beängstigend: "Die Grenzwerte für Blei und Cadmium wurden um ein Vielfaches überschritten", berichtet Oberrat Ingo Reifberger. In Teilen von neun Fleischproben fand man Quecksilber, das den Grenzwert um das Hundertfache überstieg, so das Bundesheer. Auch Kadmium und Blei habe man im Fleisch entdeckt, doch nicht so hohe Werte wie beim Quecksilber.

Untersucht wurden Tiere nicht nur aus Bruckneudorf, sondern auch vom Truppenübungsplatz Allentsteig. Dort fand man allerdings keine Belastung.

Ursache für Gift im Fleisch noch völlig rätselhaft
Der Kühlraum wurde daraufhin sofort gesperrt - das Fleisch soll in einer Verbrennungsanlage entsorgt werden. Die zuständigen Beamten der Heeresforstverwaltung alarmierten die Bezirkshauptmannschaft sowie die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit. Nun sollen weitere Proben analysiert werden. Wie das gefährliche Gift in das Fleisch gelangte, ist bisher laut Fachleuten noch absolut rätselhaft.

Ein bitterer Beigeschmack bleibt für viele Landwirte der betroffenen Region: Ihre Tiere äsen auf Wiesen, die nahe bei den Wäldern liegen, in denen das Wild vermutlich diese "Überdosis" aufgenommen hat. "Ich hoffe, dass die Ursache für die Verunreinigung aufgespürt ist, bevor es hier drunter und drüber geht", meint ein Bauer.

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