Sa, 16. Dezember 2017

2. Tag im HIV-Prozess

19.08.2010 16:53

Ex-Liebhaber von No-Angels-Sängerin sagen aus

Im Prozess gegen die No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa, der vorgeworfen wird, einen Mann mit dem HIV-Virus angesteckt zu haben, haben am Donnerstag frühere Liebhaber der Angeklagten ausgesagt.

Ein ehemaliger Abendschulkollege der 28-Jährigen hat vor dem Amtsgericht Darmstadt ausgesagt, dass er mit ihr mindestens einmal alkoholisiert Sex ohne Kondom gehabt habe. Von ihrer HIV-Infektion habe sie ihm nichts gesagt. Er sei aber von einer Ansteckung verschont geblieben. Die Öffentlichkeit war bei seiner Zeugen-Aussage ausgeschlossen gewesen.

Ein 38-jähriger DJ aus Frankfurt, mit dem Benaissa von 2003 bis 2004 liiert gewesen war, sagte aus, dass er von Anfang an von der HIV-Infektion gewusst habe. "Sie hat sehr offen und verantwortungsvoll mit mir über das Thema gesprochen", sagte der 38-jährige Musiker. Das Paar habe immer Kondome benutzt.

Im schlimmsten Fall drohen ihr zehn Jahre Haft
Ursprünglich hatte die Anklage der Sängerin der Casting-Band No Angels vorgeworfen, zwischen 2000 und 2004 in fünf Fällen ungeschützten Sex mit drei Männern gehabt zu haben. Ein Liebhaber steckte sich laut Anklage bei Benaissa an. Sie muss sich wegen gefährlicher und versuchter gefährlicher Körperverletzung verantworten. Im schlimmsten Fall drohen ihr zehn Jahre Haft.

Die Richter stellten das Verfahren in einem Fall der versuchten gefährlichen Körperverletzung aber nun ein. Dieser betrifft einen der beiden Männer, mit denen die HIV-Infizierte ungeschützten Sex hatte und es nicht zur Ansteckung kam. Sie hatte ihn bei Dreharbeiten für eine Fernsehshow in der Dominikanischen Republik kennengelernt. Am schwerwiegendsten ist der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung im Fall eines Künstlerbetreuers, der im Jahr 2004 infiziert wurde und sie 2008 anzeigte.

Ein Musikproduzent will Benaissa einem Vernehmungsprotokoll zufolge zur Rede gestellt haben, nachdem er während einer Affäre im Jahr 2007 zufällig Aids-Medikamente in ihren Sachen entdeckt hatte. Sie habe ihm daraufhin unter "Heulkrämpfen" von ihrer Angst vor einer Gefängnisstrafe erzählt. Auch soll sie ihm schon damals ungeschützten Verkehr mit zwei anderen Männern gebeichtet haben.

No-Angels-Kollegen müssen nicht aussagen
Aufgrund des Geständnisses der Sängerin sind inzwischen mehrere Zeugen wieder ausgeladen worden. So werden die Aussagen der übrigen Mitglieder der Band No Angels sowie des Rap-Stars Samy Deluxe voraussichtlich nicht mehr benötigt.

Beim nächsten Verhandlungstermin soll ein Münchner Experte sein immunologisches Gutachten vortragen. Darin geht es um die Rückverfolgung der Virenstämme und um die Frage, ob sich der 34-jährige Künstlerbetreuer, der erst 2007 seine HIV-Diagnose erhielt, tatsächlich bei Benaissa angesteckt hat. Sein vorläufiges schriftliches Gutachten weist nach Angaben des Staatsanwalts auf eine Ansteckung durch Benaissa hin.

Der Prozess vor dem Jugendschöffengericht ist auf insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt. Mit dem Urteil ist am 26. August zu rechnen.

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