Mo, 11. Dezember 2017

Politische Strategie

10.08.2010 08:22

Plöckenpass-Sperre sorgt für Ärger im Oberen Gailtal

Empörung im Oberen Gailtal: Weil Italien den Plöckenpass mitten in der Hochsaison gesperrt hat, reagiert man in Kärnten sauer auf den südlichen Nachbarn. Bei einem Lokalaugenschein der "Krone" am Montag in Kötschach-Mauthen wurde deutlich, dass die Bewohner mit ihren Befürchtungen Recht behalten haben.

"Ausgerechnet jetzt!" – Diese Worte hört man von allen Seiten im Gailtal. Seit Montag ist der Plöckenpass bis einschließlich Mittwoch gesperrt. Dabei hat vor wenigen Tagen "Ferragosto", die italienische Ferienzeit, begonnen. Für gewöhnlich kommen jetzt Tausende Italiener über den Plöckenpass nach Kärnten, doch diese bleiben vorerst aus.

"Nicht nur die Wirte in der Umgebung, auch die 'Auqarena' in Kötschach-Mauthen leiden sehr unter der Straßensperre", schildert Bademeister Kurt Strobl. Normalerweise tummeln sich in der Wasser- und Wellnessoase an solchen Tagen an die 90 Prozent Italiener. "Jetzt herrscht hier gähnende Leere! Die Italiener sind wichtig für uns", so Strobl.

"Momentan machen wir gar kein Geschäft"
Auch Familie Assunta vom Gasthof "Al Valico" direkt am Plöckenpass geht es nicht besser: "Momentan machen wir gar kein Geschäft. Wir haben sieben Angestellte, die müssen wir trotzdem bezahlen. Man hätte sich einen besseren Zeitpunkt für diese Arbeiten aussuchen können."

Verärgert ist auch Monika Thurner vom Wirtshaus Pfeffermühle in Kötschach: "Das ist eine politische Geschichte, die hier an der Wirtschaft ausgelassen wird. Jeder Italiener will in dieser Woche in den Urlaub fahren. Warum müssen gerade jetzt die Arbeiten durchgeführt werden?"

Geld soll im eigenen Land bleiben
Gerüchten zufolge soll diese Aktion der italienischen Behörden absichtlich an diesen Tagen über die Bühne gehen. So bleiben die Italiener zu Hause und somit auch ihr Geld. Strobl: "Ich glaube, die  Aufräumarbeiten wegen des Steinschlags sind nur eine Ausrede. Es geht hier um die Kaufkraft der Italiener! Klar will Italien, dass das Geld im eigenen Land bleibt."

von Karina Hartweger, "Kärntner Krone"
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