Fr, 15. Dezember 2017

Drei Stück abzugeben

02.08.2010 10:53

US-Museen reißen sich um stillgelegte Spaceshuttles

Die Ambitionen der USA in der Raumfahrt sind bescheidener geworden. Nach dem Wettlauf zum Mond gibt es derzeit allenfalls noch einen Wettlauf um die Erbmasse der einstmals wegweisenden US-Raumfahrt. Der freilich hat es in sich: Gut zwei Dutzend Museen in den USA streiten sich darum, wer die letzten drei Spaceshuttles ausstellen darf. Der letzte der Raumgleiter wird Anfang 2011 endgültig außer Dienst gestellt.

"Der Wettkampf ist zweifelsohne hart", sagt Bill Moore vom Museum des Kennedy Space Center in Florida über den Streit der Museen um die Raumgleiter. Moores Museum hat sich wie etwa 20 weitere um eine der drei derzeit noch einsatzbereiten Spaceshuttles Atlantis, Discovery and Endeavour beworben. Für jedes Museum wäre solch ein Raumgleiter ein Schmuckstück: Es gibt nur wenige von ihnen, und sie zählen zum Teuersten, Komplexesten und Kühnsten, was je von Menschenhand gebaut wurde. Die Discovery soll im November noch einmal ins All fliegen, die Endeavour im Februar 2011. Dann ist Schluss.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA will die Raumgleiter für die Nachwelt bewahren. Zahlen sollen dafür die Museen. Gut 28,8 Millionen US-Dollar (22,1 Mio. Euro) müssen die Bewerber nachweisen, um überhaupt in Betracht gezogen zu werden. Die Raumfähren müssen vor dem Flug ins Museum auseinandergenommen und Teil für Teil von Giftstoffen gesäubert werden. Das allein soll 20 Millionen US-Dollar (15,4 Mio. Euro) kosten. Mehr als acht Millionen Dollar (6,14 Mio. Euro) werden fällig, um das Shuttle im Huckepack-Verfahren auf einer Boeing-747 zum Ausstellungsort zu bringen.

"Die Raumfähren selbst gibt es sozusagen gratis", sagt Kuratorin Valerie Neal vom National Air and Space Museum in Washington. Neal schätzt, dass etwa die Hälfte der Interessenten "wirklich starke" Angebote eingereicht haben. Neals Museum in Washington gilt als Favorit für die Discovery, die älteste der Fähren, die insgesamt 39 Mal ins All geflogen ist.

Ex-Astronauten fordern Zuschlag für Luftwaffen-Museum
Viele Fürsprecher hat auch das Nationalmuseum der US-Luftwaffe, die viele der Shuttle-Astronauten hervorgebracht hat. In einem Brief an NASA-Chef Charles Bolden sprachen sich 18 Ex-Astronauten für das Museum der Luftwaffe aus, weil diese so wichtig "bei der Planung, Entwicklung, Finanzierung und der Ausführung des Spaceshuttle-Programms" gewesen sei.

Auch das Intrepid-Sea-Museum in New York, das Johnson Space Center in Texas und das Luftfahrtmuseum in Seattle sind Interessenten. Seine Bewerbung aufgegeben hat hingegen das Museum of Science and Industry in Chicago - mit der Begründung, das Projekt werde noch teurer als bislang bekannt. Seine Experten hätten Kosten von bis zu 80 Millionen US-Dollar (61,4 Mio. Euro)  errechnet.

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