Mo, 20. November 2017

Immer im Dienst?

21.04.2010 14:17

Arzt bringt Kind zu spät ins Spital - Prozess in Linz

Es geht um ein vierjähriges Kind, das bei einem Linzer Arzt hilflos gestorben ist. Es geht aber auch um die Frage, ob jeder Mediziner auch in seiner Freizeit alle notwendigen Medikamente griffbereit haben muss. "Nein", sagt Oberösterreichs Ärztekammer-Präsident Peter Niedermoser: "Man kann nur Erste Hilfe erwarten."

Der Prozess vor dem Linzer Bezirksgreicht wurde vertagt, weil ein Gutachter erkrankt war und die Eltern vorgeladen werden: Sie hatten am 24. September '08 ihren ständig asthmakranken Sohn nicht mehr ins behandelnde Kinderspital, sondern zu einem befreundeten Alternativmediziner gebracht, der zu Hause im Pyjama war und weder ein Stethoskop noch hilfreiche Medikamente parat hatte.

Zu spät ins Krankenhaus
Zwei Stunden lang beobachtete der Arzt das Kind, ehe er damit in die Klinik raste: "Der Bub kam sterbend an, war nicht mehr zu retten", erinnert sich der Linzer Obduzent Johann Haberl.

Ob vorher die Dramatik der Situation zu erkennen war, lässt der Gerichtsmediziner zwar offen, aber künstliche Beatmung und Medikamente hätten helfen können. Deshalb wären eine Notarztalarmierung und Spitalseinlieferung notwendig gewesen.

"Es ist keinem Arzt als Privatmann zuzumuten, daheim notfallmedizinische Ausrüstungen mit Medikamenten zu lagern, die Ablaufdaten und Lagerungsvorschriften haben", erklärt Ärzte-Präsident Peter Niedermoser: "Keine Wohnung muss wie eine Ordination ausgerüstet sein."

von Richard Schmitt, "OÖ Krone"
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