Di, 20. Februar 2018

Weniger Kinder

06.02.2018 11:30

Wie Schulen und Betriebe um den Nachwuchs buhlen

Fast 7200 Tiroler Pflichtschüler stehen vor der Entscheidung über den weiteren Bildungsweg. Nach den Semesterferien müssen die Mädchen und Buben wissen, wohin die Reise geht. Immer mehr Schulen warten mit Spezial-Ausbildungen auf, um den Nachwuchs zu gewinnen. Neuestes Beispiel ist die Sport-HAK in Telfs. Auch für die Attraktivität der Lehre wird einiges getan. Nicht ohne Grund: Es kommen weniger Kinder nach, um die Schulen und Betriebe buhlen müssen.

Nach den Semesterferien beginnt die Anmeldefrist in den weiterführenden Schulen. Rund 70 an der Zahl stehen tirolweit zur Wahl. Für die Jugend ist es heute leichter als vor zehn Jahren, an der Wunschschule angenommen zu werden. Denn die Zahl der Pflichtschulabgänger ist merklich gesunken. Vor fünf Jahren waren es fast 7600, heuer werden es laut Landesschulrat voraussichtlich rund 7150 sein. „In den vergangenen Jahren haben sich die geburtenschwachen Jahrgänge bemerkbar gemacht. Jetzt ist aber die Talsohle erreicht“, erklärt dazu die Bildungs-LR Beate Palfrader (VP).

Großes Interesse an Sport-HAK und Co.
Etwas mehr als 50 Prozent der Jugendlichen entscheiden sich für eine weiterführende Schule. Und da schauen die Familien mittlerweile sehr genau auf das Angebot. Spezialisierung lautet das Zauberwort. Sprachen, IT, Mode – die Auswahl ist riesig geworden. Jüngstes Beispiel: die HAK Telfs bietet ab Herbst den Schwerpunkt Sport- und Eventmanagement an. „Das Interesse ist riesig.“, bestätigt Direktor Wolfgang Haupt im Gespräch mit der „Tiroler Krone“. Ein starkes Profil sei im Wettbewerb eine Notwendigkeit geworden, betont Haupt. Ohne Spezialisierung tun sich Schulen oft schwer. Das gilt für Einrichtungen wie Handelsschulen besonders. Sie stehen nicht nur in starker Konkurrenz mit anderen Schulen, sondern auch mit der Lehre. Palfrader: „Von einem Auslaufmodell kann aber nicht die Rede sein.“ Der Telfer Direktor sieht die praxisnahe Handelsschule auch als gute Vorbereitung auf eine Lehre.

3300 Jugendliche wählten eine Lehre
Im Vorjahr entschieden sich rund 3300 Jugendliche für eine Lehre. Nach Jahren deutlicher Rückgänge hat sich die Zahl stabilisiert. Tirols WK-Vizepräsident Martin Felder verweist darauf, dass es im Vorjahr erstmals wieder zarte Zuwächse bei der Zahl der Lehrlinge gab: „Zwar nur 0,2 Prozent. Aber wir sind davon überzeugt, dass die Trendwende in Sicht ist.“

Tage der offenen Tür in vielen Lehrbetrieben
Die Betriebe haben mittlerweile erkannt, dass sie im Kampf gegen den Facharbeitermangel mehr Lehrlinge ausbilden müssen. Beim AMS Tirol waren Ende Jänner 1900 Lehrstellen gemeldet. Der Großteil davon – genau 1340 – ist nicht sofort verfügbar. Die Betriebe hoffen vielmehr, mit einer frühen Meldung den einen oder anderen Schulanwärter doch noch für eine Lehre begeistern zu können. Große Firmen wie MPreis, Swarovski oder ÖBB laden zu Tagen der offenen Tür. Das G’riss um den Nachwuchs ist groß. 

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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