Fr, 24. November 2017

Irrer Pillenkonsum

10.07.2009 19:43

Jackson nahm zehn Xanax pro Nacht

Sensationelle Wende nach dem Tod von Pop-Ikone Michael Jackson: Der Polizeichef von Los Angeles, William Bratton, hat in einem Interview mit dem US-Sender CNN nicht ausgeschlossen, dass der "King of Pop" Opfer eines Verbrechens geworden ist. Derzeit werde in alle Richtungen ermittelt. Und diese Ermittlungen fördern ein zunehmend verstörenden Bild des jahrelangen Medikamentenkonums des Megastars zutage. So dürfte Jackson wegen seiner Schlafstörungen schon seit vielen Jahren pro Nacht mehr als zehn (!) Tabletten des starken Angstlösers Xanax genommen haben.

Dieses bei Anwendung von mehr als vier Wochen schwer süchtig machende und andere Medikamente habe er sich unter den Namen seiner Angestellten besorgt, berichtet CNN. Er sei für neue Rezepte auch in andere Bundesstaaten gefahren. Diese Informationen stammen aus einem vertraulichen Dokument aus dem Jahr 2004, das die Polizei in Santa Barbara nach Vernehmungen von Jacksons Personal im Zusammenhang mit den damaligen Kindesmissbrauchs-Vorwürfen erstellt hatte.

"Weitreichende Untersuchungen"
Am Donnerstag sagte Polizeichef Bratton gegenüber CNN, dass die Ermittler das Ergebnis der Autopsie abwarten müssten, danach werde in Absprache mit den Gerichtsmedizinern entschieden, ob es sich um einen Kriminalfall handelt. Derzeit liefen "sehr weitreichende Untersuchungen", sagte Bratton. Sie hätten Jacksons Medikamenten-Einnahme und die zahlreichen Ärzte des Sängers ins Visier genommen.

Joe Jackson: "Ich glaube, es war Mord"
Am Freitag äußerte auch der Vater Michael Jacksons erstmals den Verdacht, dass sein Sohn auf einem unnatürlichen Weg zu Tode gekommen sein könnte. "Ich glaube, es war Mord. Ich glaube das. Ja", sagte Joe Jackson in einem Interview mit dem US-Fernsehsender ABC, das am Freitag in Auszügen ausgestrahlt wurde. Der Patriarch des Jackson-Clans sagte zudem, er sei nicht auf dem Laufenden, ob sein Sohn medikamentenabhängig gewesen sei. Alle Medikamente, die Michael Jackson eingenommen habe, hätten ihm nach harter Arbeit dabei helfen sollen, einzuschlafen, sagte der 79-Jährige. Er kenne aber "nicht einmal die Namen" der Medikamente.

CNN zufolge kann es noch zwei Wochen dauern, bis die toxikologischen Untersuchungen der offiziellen Obduktion bekannt werden. Auch eine unabhängige Autopsie, die von Jacksons Familie in Auftrag gegeben wurde, brachte noch kein Resultat.

Was weiß man bis jetzt?
Die Gerichtsmediziner haben bereits bestätigt, dass Jackson verschreibungspflichtige Medikamente genommen hat. Gerüchten zufolge war der Star seit Jahren von heroin- und morphiumähnlichen Medikamenten abhängig, sogar von einer Narkosesucht ist die Rede. In der Mietvilla des Stars in Bel Air hatte die Polizei nach seinem Tod zwei Säcke voller Medikamente beschlagnahmt. Auch die Substanz Propofol wurde darunter gefunden.

Propofol ist ein Narkotikum, das im deutschsprachigen Raum unter anderem unter den Handelsnamen Disoprivan und Recofol vertrieben wird. In den USA ist es hauptsächlich unter dem Namen Diprivan bekannt. Der intravenös zu verabreichende Wirkstoff ist nur medizinischem Personal zugänglich und nicht für den Hausgebrauch vorgesehen. Die Frage ist nun: Wie ist Jackson an die verschreibungspflichtigen Medikamente gekommen?

Die Polizei hat angeblich bei bereits fünf Ärzten, die mit Jackson zu tun hatten, Hausdurchsuchungen durchgeführt und deren Computer untersucht. Sämtliche Krankenakten des Sängers wurden beschlagnahmt oder von Ärzten eingefordert. Auch Röntgenaufnahmen und psychiatrische Aufzeichnungen werden überprüft.

Der Anwalt von Jacksons Hautarzt Arnold Klein sagte, sein Mandant habe die angeforderten Dokumente bereits übergeben. Klein war in den letzten Tagen ins Rampenlicht geraten, weil Medien spekuliert hatten, er sei der biologische Vater von Jacksons älteren Kindern Prince Michael und Paris Katherine, was er aber dementiert hat.

Rolle des Leibarztes bleibt mysteriös
Als Jacksons Herz am 25. Juni stehen blieb, war Jacksons Privatarzt Conrad Murray bei ihm. Dubios: Er ist Herzspezialist. Es verging eine halbe Stunde, ehe der Arzt den Notdienst rief. Murrays Anwalt Edward Chernoff sagte, der Mediziner habe die Adresse des Hauses nicht gewusst. Er habe erst später jemanden gefunden, der die Sanitäter verständigen konnte. Außerdem bestreitet der Mediziner, dem Sänger an seinem Todestag die Schmerzmittel OxyContin und Demerol verabreicht zu haben.

Rätsel um letzte Ruhestätte
Ebenfalls noch ungewiss ist, wo der Sänger seine letzte Ruhestätte finden wird. Der Leichnam der Sängers war Medienberichten zufolge nach der Trauerfeier am Dienstag auf einen Friedhof in Los Angeles zurückgebracht worden. Dort sollen sich in der Nacht zuvor Familienangehörige am offenen Sarg von Jackson verabschiedet haben. "Er sah aus, als schlafe er nur", sagte Cousin David Fossett (50) dem Internetdienst E!Online. "Er sah friedlich aus."

In der Familie gibt es Überlegungen, den Star auf der Neverland Ranch bei Santa Barbara zu beerdigen, wo er fast 20 Jahre lebte. Laut CNN ist bei den Behörden aber noch kein entsprechendes Gesuch eingegangen. Bis die Entscheidung gefallen ist, steht der Sarg nun angeblich in der Krypta von Motown-Gründer Berry Gordy auf dem Promi-Friedhof Forest Lawn. Immerhin in guter Gesellschaft: Direkt daneben befinden sich die Gräber von Bette Davis, Sandra Dee und Liberace.

Jackson war am 25. Juni unerwartet mit 50 Jahren an Herzversagen gestorben.

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