Mi, 24. Jänner 2018

Sensationsfund

02.05.2009 15:18

Saurier-Eiweiß überlebte 80 Millionen Jahre

US-Forscher haben im Knochen eines Dinosauriers, der vor etwa 80 Millionen Jahren in Nordamerika gestorben war, ein Eiweiß entdeckt (im Bild eine Mikroskop-Aufnahme). Mit der Sequenzierung des Proteins konnten sie den sogenannten Hadrosaurier (Brachylophosaurus canadensis) dem gleichen Stammbaum zuordnen, dem auch der Tyrannosaurus rex sowie Hühner, Strauße und etwa 20 weitere Tierarten unserer Zeit angehören.

Die Dinosaurier-Reste steckten in einer Sandsteinformation. Weiter entfernte Verwandte des Entenschnabel-Sauriers seien Alligatoren, Ratten und die auch als Opossum bekannte Beutelratte, schreiben Mary Higby Schweitzer von der Harvard Universität und Kollegen im Fachjournal "Science" vom Freitag.

Einige Mitglieder des Teams waren bereits vor zwei Jahren auf den Eiweißstoff  Kollagen im 68 Millionen Jahre alten Fossil eines T. rex gestoßen. Nachdem ihre damalige Entdeckung nicht alle Zweifel der Fachwelt beseitigen konnte, nahmen sie sich jetzt den Oberschenkelknochen des Hadrosauriers vor, der durch seine Lage - sieben Meter tief in Sandstein - noch besser erhalten war. Um Umwelteinflüsse auf die Eiweißstoffe auszuschließen, bargen sie den Knochen mitsamt dem Sandstein und legten ihn erst in ihrem Labor frei.

Kollagen und Elastin gefunden
Die Wissenschaft war bisher davon ausgegangen, dass Proteine selbst in Fossilien allerhöchstens eine Million Jahre überleben können. Normalerweise beginnen sich die Eiweißstoffe, auch "Bausteine des Lebens" genannt, mit dem Tod des Lebewesens zu zersetzen. Bei Fossilien, also zwischen Gestein eingeschlossenen Tieren aus Millionen Jahre zurückliegenden Zeitaltern, werden die Proteine von Mineralen ersetzt. Ein Prozess, der nach bisheriger Meinung nach einer Million Jahre abgeschlossen ist. Umso überraschter war das US-Team, in dem Hadrosaurier-Fossil nach der Entmineralisierung noch ursprüngliches Gewebe (Bild) und Moleküle sowie Mikrostrukturen zu finden, die von Blutgefäßen und Zellen stammten. Zu den nachgewiesenen Proteinen gehören Kollagen und Elastin.

Bild: Harvard University/Mary Higby Schweitzer

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Für den Newsletter anmelden