Do, 22. Februar 2018

"Völlig überrascht"

19.09.2008 17:12

Hunderte neue Lebewesen am Great Barrier Reef

Forscher haben am Great Barrier Reef in Australien Hunderte bisher unbekannte Korallen und andere Lebewesen entdeckt und damit wohl eines der größten Geheimnisse des Taucherparadieses offenbart. Zu den Überraschungen gehört ein Flohkrebs mit einem Hinterbein wie eine Peitsche, das dreimal so groß war wie der Krebs selbst. Das Foto oben zeigt eine bisher unbekannte Quallenart.

Die Forscher beobachteten eine Cassiopeia-Qualle, die auf dem Rücken auf dem Meeresboden lag, damit die Algen in ihren Tentakeln Sonnenlicht für die Photosynthese tanken konnten, und neue Aasgeier des Meeres - eine Art Assel, die sich von totem Fisch ernährt oder sich wie der "Zungenbeißer" (Cymothoida) im Fischmaul einnistet und die Zunge wegfrisst.

"Wir waren völlig überrascht, so viele neue Arten zu finden", sagte der Leiter der Expedition, Julian Caley. Er arbeitet am australischen Meeresinstitut (AIMS), das die Ergebnisse am Donnerstag vorstellte. Sie sind Teil einer Initiative von Wissenschaftern aus mehr als 80 Ländern, die bis 2010 die Biodiversität der Meere dokumentieren wollen.

Tiere bevölkern Taucherparadiese
Zur Überraschung der australischen Forscher bevölkern die Tiere teilweise viel besuchte Taucherparadiese unweit der Küste. Doch wurden die Meeresregionen in der Nähe der Inseln Lizard und Heron vor der Ostküste und am Nigaloo Reef in Nordwestaustralien bisher nie so systematisch untersucht. "Taucher sind seit langem von den unglaublich bunten Korallen und Fischen fasziniert, aber unsere Augen werden erst jetzt für die erstaunliche Fülle von anderen Lebewesen in diesem Lebensraum geöffnet", sagte Ron O'Dor, der die Studie über die Biodiversität des Meeres mit organisiert.

150 neue weiche Korallenarten
Die Forscher fanden rund 150 neue weiche Korallenarten, mindestens eine neue Krebsart, krabbenähnliche Schalentiere mit besonders langen Greifern und neue Würmer. "Korallen sind gefährdet durch die Versauerung und Erwärmung des Meeres, Umweltverschmutzung und Überfischung", sagte der Chef des australischen Meeresinstituts (AIMS), Ian Pointer. "Nur, wenn wir die Biodiversität einmal feststellen und dann immer wieder überprüfen, können die Folgen der Bedrohungen und mögliche Lösungen gefunden werden." 

Weitere Bilder der geheimnisvollen Tiere findest du in der Infobox.

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