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DSL Vergleich inkl. DSL Test-Ratgeber sowie einer Auswahl von Top-Produkten

dsl testNur wenige Erfindungen des vergangenen Jahrhunderts der Menschheitsgeschichte haben das Leben in vergleichbarem Maße verändert wie das Internet. Schon heute gibt es kaum einen Lebensbereich, den der Umgang mit technischen Möglichkeiten der Datenübertragung nicht vollständig oder zumindest in Teilen bestimmt oder beeinflusst. Wir kommunizieren ganz selbstverständlich mit Menschen rund um den Globus, empfangen in Echtzeit Informationen aus den entferntesten Winkeln der Welt, steuern Heizung und Beleuchtung in Haus und Wohnung aus der Ferne und selbst der Kühlschrank, der über das Internet frische Milch bestellt, wenn der Vorrat zur Neige geht, ist keine Science-Fiction, sondern realer technischer Fortschritt.

Dies alles ist nur möglich, durch die rasante Weiterentwicklung, welche die Internet-Technologie in nur drei Jahrzehnten ihrer kommerziellen Nutzung erfahren hat.

Die Älteren unter uns können sich vielleicht noch an die ersten Gehversuche im Internet erinnern. An das charakteristische Pfeifen und Fauchen eines Telefonmodems und an die aus heutiger Sicht lächerlich langsame Internetverbindung, die damit hergestellt wurde. Internetseiten und Bilder, die zum Teil Minuten brauchten, um sich Zeile für Zeile aufzubauen oder quietschbunte Webseiten, die überwiegend aus Text bestanden. Wenig verwunderlich, dass noch 1990 der damalige Chef der deutschen Telekom Ron Sommer verkündete: „Das Internet ist eine Spielerei für Computerfreaks, wir sehen darin keine Zukunft“.

Seither wurde viel verändert. Grundlage dafür ist die Geschwindigkeit, mit der Daten heute übertragen werden.

DSL ist die Art der Datenübertragung und die Übertragungsgeschwindigkeit, welche für Österreich und Europa den Standard darstellt. In 2018 gab es in Österreich rund 2,5 Millionen DSL-Anschlüsse, die beruflich wie privat ganz selbstverständlich und vielseitig im Einsatz sind und deren Anbieter in dauerndem Wettbewerb um die Gunst des anspruchsvollen Kunden stehen.


Was ist DSL?

internetanbieterDas Kürzel DSL steht für Digital Subscriber Line, zu Deutsch: Digitaler Teilnehmeranschluss. Auch bekannt als Highspeed Internetanschluss, Breitband oder Flatrate ersetzt DSL seit den 90er Jahren das Analogmodem, das in deutlich geringerer Geschwindigkeit über eine einfache Telefonleitung Daten versenden und empfangen konnte.

Ein wesentlicher Nachteil des einfachen Modems bestand darin, dass dieses die Telefonleitung belegte. Wer also nur über einen Telefonanschluss verfügte, konnte entweder Gespräche führen oder auf das Internet Daten senden und empfangen, beides gleichzeitig war nur über zwei separate Leitungen im Festnetz möglich. Gleiches galt auch noch für den bereits deutlich schnelleren ISDN-Anschluss, in Verbindung mit einem klassischen Modem.

Der Einsatz eines Splitters am Telefonanschluss ermöglichte schließlich die gleichzeitige Nutzung der Telefonleitung zum Telefonieren und für die Datenübertragung, indem er die Signalleitung gewissermaßen aufspaltet, was jedoch die maximale Übertragungsleistung der Internetverbindung verringerte.

Modernes DSL nutzt Voice over IP (VoIP), das den klassischen Telefonanschluss ersetzt und sowohl Internetdaten als auch das Telefonsignal über das Internet überträgt.

Neben dem klassischen Internet-Anschluss über die Telefonleitung findet sich eine wachsende Zahl an Anbietern, die für die Datenübertragung den digitalen Kabelanschluss nutzen, über den per VoIP auch das Telefonsignal fließt. Auf der Gegenseite liefern die großen Telefonanbieter sowie Internetanbieter das Fernsehsignal und diverse Video on Demand Angebote über die DSL-Verbindung.

Was ist für einen DSL-Anschluss erforderlich?

Ein klassischer DSL-Anschluss verwendet unverändert die Telefonleitung zur Datenübertragung. Das heißt, vor allen Dingen, dass Neubauten einen solchen benötigen, egal ob er für ein klassisches analoges Telefon erforderlich ist oder nicht.

Die ansonsten erforderliche Hardware liefert üblicherweise der gewählte Internetprovider. Für moderne Anschlüsse ist wie beschrieben kein separater Splitter oder der aus ISDN-Zeiten bekannte NTBA mehr erforderlich. Alle benötigten technischen Komponenten sind in einem Gerät, dem Internet-Router, verbunden. An ihn sind netzwerkfähige Endgeräte anschließbar, die so untereinander und mit dem Internet kommunizieren können. Der Anschluss erfolgt entweder kabelgebunden via LAN oder vermehrt kabellos über WLAN.


Wie findet man den passenden Anbieter?

Seit dem Ende des Monopols der Telekom, als damals staatlicher Netzbetreiber und Telefonanbieter, wird der Markt für Telefon und Internet durch eine Vielzahl großer und kleiner Anbieter geteilt, die teilweise bundesweit, teilweise nur regional oder lokal um Kunden werben.

Bevor die Auswahl eines Anbieters möglich ist, sollte jedoch geklärt sein, ob und in welcher Qualität am geplanten Standort ein DSL-Anschluss überhaupt umzusetzen ist.

Die grundlegende Verfügbarkeit von DSL in der Bundesrepublik liegt bei annähernd 100 Prozent. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch ein deutliches Stadt-Land-Gefälle: Während besonders in Großstädten das Netz sehr gut ausgebaut ist und sogar Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 1.000 Mbit/s realisierbar sind, kämpfen Privatleute und vor allen Dingen Unternehmen im ländlichen Raum mit einer unzureichenden Geschwindigkeit und müssen in vielen Fällen mit 10 bis 30 Mbit/s auskommen. Es ist allerdings abzusehen, dass die Verbreitung schnellerer Internetverbindungen in den nächsten Jahren zusehends größer wird. Initiativen gehen hier vor allen Dingen von der Regierung aus, die lange erkannt hat, dass schnelles Internet auch volkswirtschaftlich unverzichtbar ist.

Die Verfügbarkeit eines DSL-Anschlusses ist über das Internet zu prüfen. Um eine derartige Prüfung durchzuführen reicht es aus, auf der Seite eines einzelnen Anbieters die genaue Adresse des Telefonanschlusses einzugeben. Als Ergebnis liefert die Suchmaschine eine Auflistung aller verfügbaren Anbieter, mit Details zu möglichen Tarifen, inklusive der angebotenen Maximalgeschwindigkeit und einem durchschnittlichen Monatspreis.


Wie verläuft die Beantragung eines DSL-Anschlusses?

internetDer Abschluss eines DSL-Vertrags kann wahlweise vor Ort in einer Service-Filiale der großen Anbieter oder direkt über das Internet erfolgen. Online stehen hierfür ebenfalls die Seiten der Anbieter sowie die Vergleichsplattformen als Vermittler zur Verfügung.

Nach der Verfügbarkeitsprüfung wählen Verbraucher einzelne Tarife und Tarifdetails aus. Hierzu zählen ein eventuell erforderlicher Anbieterwechsel, ein Neuanschluss und ein Telefonbucheintrag für VoIP-Verträge.

Nach Auswahl der verschiedenen Vertragsmerkmale folgt nur noch die Eingabe der personenbezogenen Daten, Kontaktdaten und der für die Abbuchung der monatlichen Rechnung erforderlichen Kontoverbindung.

Die weitere Abwicklung erfolgt, soweit erforderlich, auf dem Postweg.

Wie lange dauert die Freischaltung eines DSL Anschluss?

Nachdem der Antrag abgeschickt und damit ein Vertrag geschlossen ist benötigt der Internetprovider einige Zeit, um den Anschluss freizuschalten. Wie lange dies im Einzelfall dauert, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Handelt es sich um einen Neuanschluss oder lediglich um einen Anbieterwechsel? Ein Neuanschluss erfordert meist den Einsatz eines Technikers vor Ort, der zu terminieren ist und entsprechend die Dauer bis zur Freischaltung verlängern kann. Ein Providerwechsel gelingt technisch gesehen meist unproblematischer und erfordert oft keinen Techniker am Anschluss. Allerdings entscheidet hier die Reaktionsgeschwindigkeit und Einsatzbereitschaft des alten Providers. Der bestehende Vertrag muss fristgerecht und wirksam gekündigt sein und der neue Anbieter benötigt alle erforderlichen Informationen, um den Wechsel in die Wege leiten zu können.

Sind alle Formalitäten geklärt, nennt der neue Provider einen konkreten Termin für die Freischaltung. Bis dahin können einige Tage oder sogar Wochen vergehen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, einen neuen Vertrag frühzeitig abzuschließen, damit zwischen dem Ende der Vertragslaufzeit des alten und Schaltung des neuen Vertrags möglichst wenig Zeit zu überbrücken bleibt. Bei der Beantragung eines DSL-Anschlusses ist zu diesem Zweck zwischen einer schnellstmöglichen Freischaltung und einem Wunschtermin zu wählen.

Einige Anbieter, vor allen Dingen jene, die auch im Mobilfunksegment aktiv sind, bieten zur Überbrückung einer längeren Zeitspanne bis zur Freischaltung des Anschlusses eine mobile Alternative. Zum Beispiel ist mit einem kostenlos bereitgestellten USB-Stick mit Telefonkarte eine Internetverbindung in günstigstenfalls LTE-Geschwindigkeit zu nutzen, bis DSL zur Verfügung steht. Bei diesen Verträgen sind die genauen Vertragsdetails zu prüfen, etwa ob eine solche Übergangslösung mit einem begrenzten Datenvolumen verbunden ist.


Welche Übertragungsgeschwindigkeiten sind möglich?

Moderne Webseiten sind multimedial und nutzen Bilder, Videos, Audio-Dateien und andere Inhalte, die mit großen Datenmengen verbunden sind. Außerdem verwenden viele Anwender das Internet, um zu spielen oder Filme und Musik zu streamen, wobei ebenfalls große Dateien in kurzer Zeit zu bewegen sind. All dies erfordert eine hohe Übertragungsgeschwindigkeit.

Als Orientierung zum Vergleich verschiedener Angebote dient die Angabe zur Bandbreite. Diese wiederum setzt sich zusammen aus Downstream und Upstream und ist in Bit pro Sekunde (bit/s) bzw. in Megabit pro Sekunde (Mbit/s) angegeben.

Downstream beschreibt die Geschwindigkeit, in der Endgeräte, zum Beispiel ein PC, Daten aus dem Internet herunterlädt. Die Upstreamgeschwindigkeit kommt in umgekehrter Richtung, vom User ins Internet zustande. Beim klassischen DSL ist der Downstream üblicherweise deutlich schneller als der Downstream.

Provider werben mit unterschiedlichen Bandbreiten, für unterschiedliche Einsatzbereiche.

Wer das Internet nur wenig nutzt und dabei auch überwiegend einfache Internetseiten aufruft, Mails versendet und empfängt oder die sozialen Medien nutzt, benötigt eigentlich nicht mehr als eine DSL 6000 Verbindung, mit bis zu 6 Mbit/s.

Mit DSL 16000 und 16 Mbit/s können Anwender bereits umfangreichere Aufgaben bewältigen. IP-Telefonie, Video-Streaming und schnelle Dateidownloads sind damit kein Problem. An Grenzen gerät der Anwender jedoch dann, wenn verschiedene Aufgaben parallel zu bewältigen sind.

Wer auf Multitasking Wert legt und das Internet auch nutzen möchte, um in HD-Qualität fernzusehen, der benötigt eine schnellere Leitung. Diese bietet VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) mit bis zu 250 Mbit/s. Die verbreitete Höchstgeschwindigkeit in privaten Haushalten liegt derzeit bei 50 Mbit.

Höhere Geschwindigkeiten von 100 Mbit/s und bis zu 1.000 Mbit/s sind für Telefonanschlüsse, mit üblichen Kupferdrahtleitungen, technisch kaum möglich. Die Zukunft liegt deshalb im Glasfaserkabel.

Um sich die Geschwindigkeitsunterschiede vor Augen zu führen, ein einfaches Beispiel:

  • Download eines Films in HD-Qualität dauert bei 16 Mbit/s rund 54 Minuten, bei 50 Mbit/s 17 Minuten, bei 100 Mbit/s 9 Minuten und bei 250 Mbit/s nur noch 3 Minuten.
  • Upstream ist bei DSL deutlich langsamer. Für 500 MB benötigt ein 1 Mbit/s Upstream 83 Minuten, während er bei 40 Mbit/s in 2 Minuten abgeschlossen ist.

Die von Anbietern beworbene Geschwindigkeit stellt immer das theoretische Maximum des Erreichbaren dar. Wie schnell eine Verbindung tatsächlich ist, hängt von vielfältigen Faktoren ab. Außerdem verläuft eine Datenübertragung immer nur so schnell, wie es die Gegenstelle, also zum Beispiel der Server, der eine Datei zum Download bereitstellt, ermöglicht. So kann es beispielsweise vorkommen, dass zu „Stoßzeiten“ viele User gleichzeitig dessen Kapazität beanspruchen und sich so die Maximalgeschwindigkeit untereinander teilen.

Um festzustellen, wie schnell die eigene DSL Leitung tatsächlich ist, können DSL-Kunden einen DSL Speed Test nutzen. Dieser wird auf den Webseiten der meisten Anbieter, auf unabhängigen Webseiten und auch als Software-Tool angeboten. Mit wenigen Klicks oder gar einem gestartet, lädt ein solches Tool automatisch Datenpakete von einem Testserver herunter und auf ihn hoch und misst dabei die Geschwindigkeit. Über den Tag hinweg schwankt die Maximalgeschwindigkeit bei den meisten Anbietern. Deshalb ist es sinnvoll, einen solchen DSL Test mehrfach, zu unterschiedlichen Zeiten, über den Tag verteilt durchzuführen. Genaue Messungen sind zudem nur über Geräte möglich, die via LAN, also per Kabel mit dem Router verbunden sind. Außerdem sollten parallel zur Messung alle Geräte getrennt sein, die ebenfalls Bandbreite beanspruchen könnten.


Was tun, wenn der Anschluss die vertragliche Bandbreite nicht erreicht?

internet tarifeBei insgesamt schnellen Internetverbindungen fällt es den meisten Usern kaum auf, ob sie tatsächlich die vertraglich vereinbarten 50 Mbit/s erreichen oder nur mit einem Bruchteil dessen surfen. Erst wenn Anwender die volle Bandbreite ausschöpfen, erscheinen Einschränkungen, die eine Messung der Geschwindigkeit bestätigen kann.

Zeigen wiederholte Prüfungen, dass die im Vertrag vereinbarte Geschwindigkeit deutlich unterschritten wird, ist dies ein Grund aktiv zu werden. EU-Verordnungen regeln inzwischen, dass Provider in Verträgen nicht nur die Maximalgeschwindigkeit, sondern auch eine Minimalgeschwindigkeit anzugeben haben.

Allerdings ist die Auseinandersetzung mit solchen Problemen nach Erfahrung vieler Betroffener mühsam. Auf jeden Fall muss der Kunde nachweisen, dass der Provider seiner vertraglichen Verpflichtung nicht nachkommt, weshalb es erforderlich ist, regelmäßige Messungen sorgfältig durchzuführen und präzise zu dokumentieren.


Fazit

Schnelles Internet ist in unserem Alltag zunehmend unverzichtbar. Für Unternehmen stellt es in vielen Branchen sogar einen zentralen Wettbewerbsfaktor dar. Privat möchte ebenfalls kaum jemand mehr auf die vielseitigen Möglichkeiten des Internets verzichten. Kommunikation, Informationsbeschaffung und Medienkonsum sind ohne eine stabile und schnelle Internetverbindung kaum mehr sinnvoll möglich.

Auch wenn höchste Geschwindigkeiten in Österreich noch nicht flächendeckend verfügbar sind, können die verschiedenen Anbieter in weiten Teilen die Grundversorgung gewährleisten und bieten durch den wachsenden Wettbewerb immer günstigere Zugangsmöglichkeiten.

Der Abschluss eines DSL-Vertrags ist denkbar unkompliziert und online in wenigen Minuten möglich. Ein regelmäßiger Anbieter-Vergleich ermöglicht dabei die Auswahl des individuell besten Providers und auch ein Wechsel im Rahmen der Vertragsbedingungen lässt sich mit minimalem Aufwand realisieren.

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