Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction klang, wird zunehmend Realität. Möglich macht das ein Zusammenspiel aus Sensorik, Mikroelektronik, Software und Künstlicher Intelligenz. Maschinen können ihre Umgebung nicht mehr nur messen. Sie interpretieren Daten, erkennen Muster und leiten daraus sofort eine Reaktion ab.

Andreas Starzacher, Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds
Wenn das Auto mitdenkt
Besonders sichtbar wird diese Entwicklung im Fahrzeug. Kameras, Radar- und andere Sensorsysteme beobachten permanent die Umgebung. Erkennt ein System bei einem Wildwechsel ein Tier vor dem Fahrzeug, kann es den Fahrer warnen oder eine automatische Notbremsung unterstützen. Dabei zählt jede Millisekunde. Auch der Innenraum wird intelligenter. Moderne 3D- und Time-of-Flight-Sensoren erfassen räumliche Informationen und erkennen beispielsweise, ob ein Sitz belegt ist, wie sich eine Person im Fahrzeug befindet oder ob ein Kind angeschnallt ist. Selbst feinste Bewegungen können relevant werden. Sensoren stellen fest, ob sich noch ein Mensch oder Tier im abgestellten Fahrzeug befindet. Manche Systeme erfassen sogar Bewegungsmuster durch die Atmung und können damit zusätzlichen Schutz vor gefährlichen Situationen bei Hitze bieten. Der Sensor allein reicht dafür nicht. Erst wenn Chip, Sensor, Software und KI zusammenspielen, wird aus einer Messung eine intelligente Entscheidung. Dasselbe Prinzip verändert Industrie und Landwirtschaft. Ein Traktor ist längst nicht mehr nur eine mechanische Maschine. Kameras, Sensoren, Satellitendaten und Drohnen liefern Informationen über Felder, Pflanzen und die Umgebung. KI wertet diese Datenmengen aus. Beim Mähen können Kameras oder vorausfliegende Agrardrohnen Tiere und andere Hindernisse frühzeitig erkennen. Maschinen stimmen ihre Arbeit darauf ab und reagieren gezielter. So entstehen Systeme, die ihre Umgebung wahrnehmen, interpretieren und situationsabhängig handeln. An den Grundlagen wird auch im SILICON ALPS Ökosystem geforscht, etwa bei Silicon Austria Labs, wo Sensorik und intelligente elektronische Systeme zu den zentralen Kompetenzfeldern zählen.
Wenn KI Ärztinnen und Ärzte unterstützt
Auch in der Medizin liegt großes Potenzial in dieser Verbindung. Digitale Bildgebung erzeugt enorme Mengen an Informationen. KI-Systeme können darin Auffälligkeiten und Muster erkennen. Ein Beispiel ist die Analyse von Hautveränderungen: Bilddaten werden automatisiert ausgewertet und verdächtige Veränderungen markiert. KI ersetzt nicht die medizinische Diagnose. Sie kann aber als zusätzliches Werkzeug Ärztinnen und Ärzte bei der Beurteilung unterstützen und große Datenmengen schneller vergleichbar machen. Dahinter steckt dieselbe technologische Kette: Sensoren oder Kameras erfassen Informationen, Chips verarbeiten sie und Algorithmen erkennen relevante Muster.

Sandra Moschitz, build! Gründungszentrum
Intelligenz entsteht im Zusammenspiel
Ob Auto, Traktor, Produktionsmaschine oder Medizintechnik: Innovation entsteht immer seltener durch eine einzelne Technologie. Sensoren geben Maschinen Augen und Ohren, Chips liefern die Rechenleistung, Software verbindet die Komponenten und KI macht aus Daten Entscheidungen. Je mehr diese Systeme miteinander vernetzt sind, desto wichtiger wird Cybersecurity. Denn Fahrzeuge, Produktionsanlagen und medizinische Geräte müssen nicht nur leistungsfähig, sondern auch sicher und vertrauenswürdig sein. Genau in diesem Zusammenspiel liegen besondere Kompetenzen des südösterreichischen Hightech-Ökosystems. Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Kärnten und der Steiermark entwickeln Lösungen in Mikroelektronik, Sensorik, Connectivity, Cybersecurity und intelligenten Systemen. Der SILICON ALPS Cluster verbindet diese Kompetenzen.