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22.09.2026

Krone Extra Kärnten

Zehn Jahre Kaslab‘n: Gemeinsam für Käse, Bauern und die Region

Aus einer spontanen Idee wurde ein regionaler Vorzeigebetrieb: Die Kaslab'n verbindet Landwirtschaft, Arbeitsplätze und Genuss.

Der Vorstand vor der Käserei: Gemeinsam sorgen sie dafür, dass aus Bio-Heumilch regionaler Käse mit Zukunft wird. Foto: Kaslab'n

Die Geschichte der Kaslab'n begann nicht mit Käse, sondern mit einer entscheidenden Frage: Wie kann die Landwirtschaft in der Region Nockberge eine Zukunft haben? 2014 suchten vier Bauernfamilien gemeinsam nach Antworten. Geschäfte schlossen, Unternehmen bauten Arbeitsplätze ab, viele junge Menschen kehrten nach ihrer Ausbildung nicht mehr zurück. Gleichzeitig lebt die Region stark vom Tourismus und damit auch von jener gepflegten Kulturlandschaft, die von den Bauern erhalten wird.

Die Idee war ebenso einfach wie wirkungsvoll: Milch gemeinsam verarbeiten, hochwertige Produkte daraus machen und möglichst viel Wertschöpfung in der Region halten. 2015 wurde die Genossenschaft gegründet, im September 2016 der erste Käse produziert. Heute gehören 15 Familien zur Kaslab‘n. Rund eine Million Liter Bio-Heumilch werden jährlich verarbeitet, etwa ein Viertel davon stammt von Ziegen. Daraus entstehen rund 100 Tonnen Käse, die überwiegend über den Handel zu den Konsumenten gelangen.

Wertschöpfung, die in der Region bleibt

Foto: Kaslab'n
Foto: Kaslab'n

Der Genossenschaftsgedanke ist bis heute das Fundament: Was einer allein nicht schafft, schaffen viele gemeinsam. Die Kaslab'n bezahlt ihren Mitgliedsbetrieben einen Milchpreis über dem österreichischen Durchschnitt und vermarktet im Hofladen auch Produkte der Bauernfamilien zu fairen Preisen. Beim Bau setzte man auf regionale Handwerksbetriebe. Wärme kommt aus dem Netz der Biowärme Radenthein, Strom unter anderem aus der eigenen Photovoltaikanlage und einer Energiegemeinschaft. 

Auch als Arbeitgeber hat sich der Betrieb entwickelt. 18 Mitarbeiter sind heute in der Kaslab'n tätig, darunter fünf Lehrlinge. Das vermittelte Wissen bleibt vielfach in der Region: Ehemalige Mitarbeiter und Auszubildende haben auf ihren Höfen Direktvermarktungen aufgebaut oder ihre landwirtschaftlichen Betriebe weiterentwickelt. Selbst bei der Finanzierung spielte Gemeinschaft eine Rolle. Bürger beteiligten sich am Projekt und erhalten ihre Verzinsung in Form von Gutscheinen. Das augenzwinkernde Motto dazu lautet: „Zinsen sind Käse.“

Nach zehn Jahren bleibt die ursprüngliche Idee aktuell: Arbeitsplätze, Landwirtschaft, regionale Wertschöpfung und eine lebendige Kulturlandschaft miteinander zu verbinden - und damit auch der nächsten Generation Perspektiven in der Region zu eröffnen. Letztlich gilt das, womit die Idee begonnen hat: Was einer nicht schafft, schaffen viele.