

„Die Blumen des Frühlings sind die Träume des Winters“, schrieb der Dichter Khalil Gibran. Kaum ein Zitat passt besser zum Start ins Gartenjahr. Nach Wochen der Ruhe zeigen sich erste Schneeglöckchen, die Tage werden länger und der Garten meldet sich zurück. Für alle mit grünem Daumen beginnt jetzt jene Zeit, in der Planung, Vorfreude und erste Handgriffe ineinandergreifen. Noch ist Geduld gefragt, doch schon bald kann man sich wieder austoben und dem Garten Schritt für Schritt neues Leben einhauchen.
Ende Februar: Vorbereitung
An milden Tagen lässt sich bereits mit ersten Arbeiten beginnen. Ende Februar ist ein guter Zeitpunkt, um Sträucher und Bäume auszulichten, bevor sie neu austreiben. Abgestorbene oder sich kreuzende Äste werden entfernt, damit Licht und Luft ins Gehölz gelangen. Auch Obstbäume können jetzt geschnitten werden, sofern es trocken ist und kein starker Frost herrscht.
Stauden und Ziergräser, die über den Winter stehen geblieben sind, werden zurückgeschnitten, sobald sich die ersten Frühlingsblüher zeigen. Viele Gartenfreunde warten bewusst bis zu diesem Moment, da die Pflanzenteile Insekten als Winterquartier gedient haben. Das Schnittgut eignet sich gut für den Kompost und schließt so den natürlichen Kreislauf. Ist der Boden noch gefroren oder sehr nass, heißt es abwarten. Stattdessen können Werkzeuge überprüft, Saatgut sortiert und Beete für die Saison geplant werden.
März: Bodenpflege und erste Aussaat


Sobald der Boden frostfrei und gut abgetrocknet ist, beginnt die eigentliche Gartenarbeit. Beete werden gelockert, alter Mulch entfernt und Kompost eingearbeitet. Der Boden wird dadurch durchlässiger, speichert Feuchtigkeit besser und fördert das Wurzelwachstum. Im Ziergarten können jetzt erste robuste Pflanzen gesät werden, während empfindlichere Sommerblumen noch im Haus vorgezogen werden. Auch der Rasen erwacht langsam. Sobald er zu wachsen beginnt, wird er erstmals gemäht, noch mit etwas höherer Schnitthöhe, um die Grasnarbe nicht zu schwächen.
April: Wachstum in vollem Gange
Im April nimmt das Gartenjahr richtig Fahrt auf. Beete werden von Unkraut und Laubresten befreit, neue Pflanzen gesetzt und bestehende gepflegt. Frühjahrsblühende Sträucher werden direkt nach der Blüte geschnitten, damit sie im nächsten Jahr wieder reich austreiben. Jetzt ist auch die beste Zeit für die intensive Rasenpflege. Vertikutieren entfernt Moos und Rasenfilz, anschließend können kahle Stellen nachgesät werden. Eine erste Düngung unterstützt das gleichmäßige Wachstum. Empfindliche Jungpflanzen sollten bei kühlen Nächten geschützt werden, da Spätfröste weiterhin möglich sind. Wer auf die Witterung achtet und nicht zu hastig vorgeht, wird mit gesunden Pflanzen und kräftigem Wachstum belohnt.
Die Vorfreude steigt
Mit jedem Schnitt, jeder gesetzten Pflanze und jedem gepflegten Beet wächst die Vorfreude auf den Frühling. Wer jetzt sorgsam arbeitet, schafft nicht nur Ordnung, sondern auch Raum für Blüten, Duft und Leben. Schon bald wird der Garten wieder farbenfroh und zum Lieblingsplatzerl im Freien.
Start ins Gartenjahr
Das ist jetzt wichtig:
– Rückschnitt von Sträuchern, Stauden und Ziergräsern an frostfreien Tagen
– Beete aufräumen, Boden lockern und Kompost einarbeiten
– Erste robuste Zierpflanzen aussäen, Sommerblumen vorziehen
– Rasen ab März vorsichtig mähen, im April vertikutieren
– Gehölze und Rosen je nach Blühzeitpunkt schneiden.
– Witterung beobachten, nicht nach Kalender arbeiten
– Garten Zeit zum Erwachen geben