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11.10.2026

Bauen und Wohnen in Kärnten

Unsichtbar, aber messbar

Radon ist ein natürliches radioaktives Gas, das aus dem Boden in Häuser gelangen kann. Eine Langzeitmessung zeigt, ob erhöhte Werte auftreten und im eigenen Zuhause Handlungsbedarf besteht.

Radon ist weder sichtbar noch riechbar. Kleine Messgeräte geben Auskunft über die Konzentration in den Wohnräumen. Foto: Holden stock.adobe.com

Seinen Ursprung hat Radon tief im Erdreich. Dort entsteht das radioaktive Edelgas beim Zerfall von Uran, das in Böden und Gesteinen vorkommt. Über Risse in der Bodenplatte, undichte Fugen oder Leitungsdurchführungen kann es anschließend in Gebäude gelangen und sich in geschlossenen Räumen anreichern. Bemerkt wird davon zunächst nichts, denn Radon lässt sich weder sehen noch riechen oder schmecken. Wird das Gas über längere Zeit eingeatmet, können seine Zerfallsprodukte das Lungengewebe schädigen. In Österreich gilt Radon nach dem Rauchen als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Rund zehn Prozent der Lungenkrebstodesfälle werden damit in Verbindung gebracht.

Foto: Francesco Scatena - stock.adobe.com
Foto: Francesco Scatena - stock.adobe.com

Kärnten ist Vorsorgegebiet

Besondere Bedeutung hat das Thema in Kärnten, denn alle Gemeinden des Landes sind als Radonvorsorgegebiete ausgewiesen. Mühldorf, Obervellach und Reiẞeck gelten zusätzlich als Radonschutzgebiete. Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Gebäude automatisch hohe Werte aufweist. Wie viel Radon sich in der Raumluft sammelt, hängt vom Untergrund, der Bauweise, der Abdichtung zum Erdreich und dem Lüftungsverhalten ab. Selbst benachbarte Häuser können daher unterschiedliche Werte aufweisen. Für Aufenthaltsräume gilt in Österreich ein Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter Luft.

Messen und richtig handeln

Ob dieser Wert überschritten wird, zeigt nur eine Messung. Dafür werden zwei kleine Detektoren in den meistgenutzten Wohnräumen aufgestellt, wo sie mindestens sechs Monate verbleiben. Mehr als die Hälfte dieser Zeit sollte in die Heizperiode und damit auch jahreszeitlich berücksichtigt werden. Zeigt die Auswertung erhöhte Werte, lässt sich die Belastung meist deutlich senken. Regelmäßiges Stoßlüften hilft kurzfristig, dauerhaft können undichte Stellen zum Erdreich abgedichtet oder Kellerräume besser vom Wohnbereich getrennt werden. Bei stärkerer Belastung kann radonhaltige Bodenluft unter der Bodenplatte abgesaugt werden. Auch bei einer thermischen Sanierung sollte Radon mitgedacht werden. Neue, dichte Fenster verringern den natürlichen Luftaustausch und können dadurch die Konzentration erhöhen. Eine Messung vor und nach größeren Arbeiten zeigt, ob weitere Maßnahmen notwendig sind. 

Radon richtig messen

- Zwei Detektoren in den beiden meistgenutzten Wohnräumen aufstellen. 

- Nach Möglichkeit Räume im untersten bewohnten Geschoß auswählen. 
- Die Geräte während der gesamten Messdauer am selben Platz lassen. 
- Die Langzeitmessung dauert mindestens sechs Monate. 
- Bei Werten über 300 Becquerel pro Kubikmeter fachliche Beratung einholen.
- Nach baulichen Maßnahmen erneut messen und den Erfolg kontrollieren. 
- Kostenlose Messungen für Privathaushalte können über radonmessung.ages.at bestellt werden. Die Rücksendekosten sind selbst zu tragen.