Das freie Wort

NATO-Abgesang

Die USA unter Präsident Donald Trump werden wohl aus der NATO austreten und diese damit obsolet machen. Trump meint, dass er damit speziell die europäischen NATO-Partner in den völkerrechtswidrigen Krieg im Nahen Osten zwingen kann. Doch dem ist nicht so, Herr Trump. Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis und keine Organisation, die andere Staaten völkerrechtswidrig angreift. 1999 wurde der Fehler einer völkerrechtswidrigen US-Bombardierung des damaligen Jugoslawiens unter Teilnahme einzelner europäischer NATO-Partner gemacht. Das passiert kein zweites Mal mehr. Die USA haben sich mit ihrem den Weltfrieden gefährdenden Krieg auf die Ebene des russischen Imperialisten Putin und anderer Kriegstreiber dieser Welt gestellt. Sie sind seit dem 28. 2. 26 für Europa kein Vorbild mehr und haben ihren Ruf als verlässliche Führungsmacht des transatlantischen Bündnisses nachhaltig verspielt. Es wird daher nur noch eine eingeschränkte transatlantische Partnerschaft mit Kanada geben, und EU-Europa und seine nahen Verbündeten werden sich – Gott sei Dank – ab sofort selbst um ihre Verteidigung kümmern müssen. Gleichzeitig werden die durch den Krieg innen- und außenpolitisch geschwächten USA von Europa zwischen mehr oder weniger befreundeten Drittstaaten eingereiht werden. Die derzeit rund 450 Millionen Einwohner der EU (USA derzeit 348 Millionen) werden wohl – so wie auch andere große Machtblöcke – in der Lage sein, ihre Verteidigung gemeinsam auf einen Level zu bringen, der abschreckend genug sein wird, um jedem Aggressor die Lust auf einen Angriff zu nehmen. Es war halt der berühmte Tritt in den Allerwertesten notwendig, damit wir Europäer endlich begreifen, wie viel die Uhr geschlagen hat. Europa wird durch die Schaffung eines rein europäischen Verteidigungsbündnisses mit einigen außereuropäischen Partnern jedenfalls gestärkt das 21. Jahrhundert meistern. Danke, Herr Trump – und goodbye, America!

Martin Krämer, per E-Mail

Erschienen am Fr, 3.4.2026

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