Man stelle sich einmal Folgendes vor: Ein Irrer rast mit Tempo 180 durch ein Dorf, der Bürgermeister bittet die Polizei einzugreifen und erhält die Antwort: „Kümmern Sie sich gefälligst selbst darum, es ist ja schließlich Ihre Ortschaft!“ Laut österreichischer Verfassung hat die Exekutive sämtliche Gesetze, Verordnungen und Erlässe – und seien sie auch noch so schwachsinnig (siehe Silvester-Sperrstunde) – auf Einhaltung zu kontrollieren. Seit Corona freilich müssen Wirte, Friseure, Skiliftbetreiber, Konzertveranstalter, Puffmütter, Buchhändler, Floristen usw. selbst überprüfen, ob ihre Dienste überhaupt in Anspruch genommen werden „dürfen“. Die Polizei hingegen beschränkt sich auf Stichprobenkontrollen und die Beobachtung meist harmloser Demonstranten. Fragt sich nur, wie lange sich die Betroffenen noch zu solchen Handlangerdiensten für eine völlig hilf- und planlose Regierung missbrauchen lassen. Und die ungeimpften Parias nur noch Steuern zahlen dürfen. Hoffentlich macht spätestens die nächste Wahl diesen Missständen ein Ende.
Dr. Wolfgang Klesl, Graz
Erschienen am Do, 13.1.2022
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