Neue Methode

Infektionen an künstlichen Gelenken rasch erkennen

Gesund
02.01.2026 06:00

Viele Patienten, die ein neues Knie- oder Hüftgelenk benötigen, haben große Angst vor einer Infektion an der Prothese. Diese zählt schließlich zu den schwierigsten Komplikationen nach der Operation und ist oft schwer zu erkennen. Eine neue Methode soll helfen, die Diagnose deutlich zu verbessern. 

Die Besiedlung mit schädlichen Erregern kann sowohl in der frühen Phase nach der Operation als auch Monate bis Jahre danach auftreten. Am häufigsten jedoch in den ersten zwei Jahren nach der Implantation. Verursacht werden die Infektionen entweder durch Bakterien, die während oder nach dem chirurgischen Eingriff eindringen oder später über den Blutkreislauf zur Prothese wandern. Beispielsweise können sogar harmlos scheinende Entzündungen der Zähne, Blase, Haut oder sogar der Fußnägel die Auslöser für derartige Probleme im Gelenk darstellen.

Langwierige Beschwerden und zusätzliche, oft aufwendige, Behandlungen und sogar mehrere Operationen sind die Folgen. Je früher daher eine derartige Infektion diagnostiziert wird, desto besser und erfolgreicher ist die Behandlung.

Innovation durch Forscher aus Wien 
Eine neue Methode könnte in Zukunft helfen, die orthopädische Versorgung weltweit deutlich zu verbessern. In einer gemeinsamen Studie des Orthopädischen Spitals Speising und eines Wiener Biotech-Unternehmens haben Forscher entdeckt, dass bestimmte kleine Moleküle in der Gelenkflüssigkeit – sogenannte microRNAs – sehr genau zeigen können, ob eine Hüft- oder Knieprothese infiziert ist, oder nicht. Diese spezifischen „Signalstoffe“ ermöglichen eine raschere sowie verlässlichere Diagnose und könnten den Patienten Schmerzen, Unsicherheit und weitere chirurgische Eingriffe ersparen.

Derzeit ist diese innovative Vorgangsweise aber noch nicht in der klinischen Verwendung, wie das Orthopädische Spital Speising verlautbarte. Zuvor müssen noch weitere Forschungsergebnisse abgewartet werden.

Die Studie wurde im „Journal of Bone and Joint Surgery“ – eine der wichtigsten Fachzeitschriften der Orthopädie weltweit – publiziert. Die vielversprechenden Ergebnisse ernten unter den Experten bereits hohe Anerkennung.

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