Weltweit großes Erstaunen über das schnelle Vorrücken der Taliban. Nur selten schafften Berichte über zivile Opfer bei Einsätzen der multinationalen Truppen es in die Schlagzeilen westlicher Medien. Uns wurden, wie es Militärs gerne benennen, chirurgische Schläge gegen terroristische Truppen vorgegaukelt. Fehlschläge, Übergriffe, zivile Opfer wurden nach dem Motto: „Was nicht sein darf, kann nicht sein“ zu wenig hinterfragt. Amerikanische Militärs hatten in Ländern, deren Kultur sich stark von der amerikanischen unterscheidet, noch selten Erfolge. Meist wurden in diesen Länder Bevölkerungsschichten, die sich der westlichen Kultur annäherten, alleingelassen und hatten nach den Eingriffen des amerikanischen Militärs mit starken Repressalien zu rechnen und mussten häufig um ihr Leben bangen. Ihnen blieb meist als einzige Alternative die Flucht aus ihrem Lande! Vor 43 Jahren war ich beruflich bei einer deutschen Explorationsfirma im Iran tätig. Bei der Suche nach Bodenschätzen wurde ein Hubschrauber-Typ verwendet, der von den Amerikanern häufig im Vietnamkrieg eingesetzt wurde. Dementsprechend handelte es sich bei den Piloten zum Großteil um Vietnam-Veteranen. Die meisten dieser Piloten, die zum Teil sogar einige Abschüsse überlebt hatten, waren traumatisiert und sozial geschädigt. Obwohl damals der Iran noch stark unter amerikanischem Einfluss stand, gelang es den wenigsten, einen respektvollen Umgang mit der einheimischen Bevölkerung zu pflegen. Traumatisierte und sozial geschädigte Personen sind kaum geeignet, Vertrauen zur Bevölkerung aufzubauen! Mich hat daher der rasche Vormarsch der Taliban in Afghanistan nicht überrascht! Wie ich schon erwähnte, hatten die Amerikaner in Ländern, deren Kultur sich stark von ihrer unterscheidet, selten Erfolge. Erfolge haben in diesem Fall die Taliban, da sie nun über modernste Waffen der von den Amerikanern ausgerüsteten afghanischen Armee verfügen. Terrorismus-Bekämpfung sieht meiner Meinung nach anders aus!
Ing. Ernst Großfurtner, Linz
Erschienen am Di, 24.8.2021
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