Das freie Wort

Ein qualvoller Tod

Wenn Bären und Wölfe ihren Instinkten nachkommen, stellt man sie als Problem hin, aber wenn der Mensch schlachtet und quält, ist es normal. Meine Familie und ich sind seit einigen Jahren Vegetarier und schämen uns, dass wir jemals Fleisch gegessen haben. Dazu musste aber erst ein Umdenken her, Respekt vor jeglichem Leben. Fleisch liegt vor dir, abgepackt, neutral, sauber. Keine angstvollen, hilfesuchenden Augen schauen dich an. Es zählt nicht mal der Hunger, nein, da würde etwas anderes auch schmecken, es zählt die Gewohnheit. Eines Tages sagte mein Sohn: „Für ein paar Minuten Genuss müssen Tiere qualvoll sterben. Dabei geht es aber gar nicht um das Fleisch, sondern um die Gewürze. Lass mal alles weg, und iss dann.kein Salz, kein Pfeffer, nichts.“ Genau so ist es. Ich habe einmal eine Kuh gesehen, die auf ihren Tod gewartet hat. Mit großen Augen hat sie mich angeschaut. Ich habe mich in ihre Lage versetzt. Du bist da angebunden, ausgeliefert, wartest, weißt nicht worauf. Hast Angst. Ich war fix und fertig. Wie ist das dann erst bei den kleinen Kälbern? Nein, nie mehr Fleisch. Es stimmt ganz genau, was Frau Trost in „Was uns bewegt“ geschrieben hat. Der Mensch ist die größte Bestie. aber mit Heiligenschein. Jeder sollte das Tier noch im lebenden Zustand sehen und dann zuschauen müssen, wie es zusammenbricht. Von mir aus können mich alle auslachen oder belächeln, weil ich Vegetarier bin, blöde Witze reißen über künstliches Fleisch oder sonst was, aber wir brauchen auf nichts zu verzichten, unser Speiseplan ist gefüllt mit den köstlichsten Sachen. Nie mehr Fleisch!

Maximiliana Priewasser, Bruckhäusl
Erschienen am Sa, 22.2.2020

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