OMV-Chef Alfred Stern warnt vor zu strikten Vorschriften beim Aufbau einer Kreislaufwirtschaft für Plastik. Denn diese könnten die Entwicklung der noch relativ jungen Verfahren abwürgen, bevor sie überhaupt wettbewerbsfähig seien, so Stern.
Aktuell sei es schlicht kostengünstiger, Plastik zu produzieren, zu nutzen und wegzuwerfen, als es wiederzuverwerten. Nötig seien daher finanzielle Anreize, um diesen Kreislauf zu schließen und Investitionen in Sammelsysteme lohnend zu machen, erläuterte der Vorstandsvorsitzende des österreichischen Mineralölkonzerns am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion des Weltwirtschaftsforums im Schweizer Davos.
Recycling für OMV eine Wachstumschance
Für die OMV sei das Thema dennoch eine Wachstumschance, betonte Stern. Der Konzern investiere massiv, etwa gemeinsam mit dem Dienstleister Interzero in Europas größte Sortieranlage in Walldürn in Baden-Württemberg. Zudem verfüge man bereits über Kapazitäten von 200.000 Tonnen für mechanisches und 16.000 Tonnen für chemisches Recycling.
Aktuell gebe es bei den Kunden eine „Koalition der Willigen“, die bereit sei, diesen Weg mitzugehen. Doch um die breite Masse zu erreichen, müsse Recycling wettbewerbsfähig und für den Verbraucher bequem sein. Innovationen seien der Schlüssel, um die Kosten zu senken.
Heimische Wirtschaft mit Müll „stärken“
Stern sprach sich gegen den Export von Müll aus, denn Abfall sollte seines Erachtens „ein Rohstoff sein“. Europa müsse daher aufhören, Abfall zur Wiederaufbereitung in andere Teile der Welt zu verschiffen, sondern diesen als Rohstoff in der Region halten. Dies stärke am Ende auch die heimische Wirtschaft.
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