Die Münchner Spieler habe es verabsäumt, ihre anfängliche Überlegenheit in einen klaren Erfolg zu verwandeln. Das magere Remis hätte sich "ein bisschen abgezeichnet", resümierte Bayern-Stürmer Podolski, "die sind immer besser ins Spiel gekommen, und dann kassieren wir in der 90. Minute so ein Scheißtor".
Der Gegentreffer durch Contra entsprach dieser Charakterisierung freilich kein bisschen, war vielmehr ein gefühlvoller Heber, den der Rumäne trotz Bedrängnis perfekt zwischen Latte und den Köpfen der hochspringenden Verteidiger anbrachte. FCB-Coach Hitzfeld gab sich desillusioniert: "Wir hätten in der Halbzeit mindestens schon 2:0 führen müssen, das haben wir sträflich verpasst. Getafe hat frech mitgespielt und das unnötige 1:1 erzwungen. Für die Abwehr ist es schwierig, wenn die Stürmer sündigen."
Hitzfeld gab sich für die Revanche am kommenden Donnerstag optimistisch: "Wir sind auswärts sehr stark und können auch in Getafe gewinnen." Sein Gegenüber Michael Laudrup darf jedenfalls schon vom Halbfinale träumen, in dem der Gegner aller Voraussicht nach St. Petersburg sein wird. "Fürs Rückspiel sehe ich die Situation offen", erklärte der Däne, "wir dürfen uns da aber nicht nur auf die Verteidigung konzentrieren."
Bittere Lektion für Leverkusen
Die Fans in der BayArena von Leverkusen erlebten beim 1:4 gegen Zenit St. Petersburg ein Deja-vu: Vor einem Jahr verlor die Werkself das Hinspiel des UEFA-Cup-Viertelfinales gegen Osasuna zu Hause 0:3. Am Donnerstag fiel die Lektion fast noch bitterer aus. Die ideenlosen Gastgeber wurden nach allen Regeln der Kunst ausgekontert und müssen sich wohl mit dem Ausscheiden anfreunden. "Es ist schwierig, das zu erklären", gestand ein deprimierter Leverkusen-Kapitän Bernd Schneider.
"Ich bin wie wir alle sehr enttäuscht, dass wir nach den vielen guten Spielen mit einem schlechten alles umgehauen haben", erklärte Bayer-Coach Michael Skibbe. Ganz anders reagierte wenig überraschend Zenit-Trainer Advocaat, der vor Selbstbewusstsein regelrecht sprühte: "Es war ein hochverdienter Sieg für uns. Wir haben exzellent gespielt. Wir wollten wie eine Heimmannschaft spielen auf diesem schönen Platz. Das ist uns gelungen. Selbst das billige Gegentor zum 1:1 hat uns nicht aus dem Tritt gebracht. Wenn eine Mannschaft wie ZSKA Moskau ins UEFA-Cup-Finale eingezogen ist, dann können wir das auch."
Eindhoven nimmt Kurs aufs Halbfinale
Neben Zenit hat auch PSV Eindhoven im 250. Europacupspiel der Vereinsgeschichte Kurs auf das Halbfinale genommen. Die souveränen Niederländer erreichten im Hinspiel bei Fiorentina ein 1:1 und sicherten sich damit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel. Das erste Europacup-Halbfinale seit 18 Jahren vor Augen, wollte man bei den Florentinern vom Ausscheiden naturgemäß nichts wissen, Respekt ist aber vorhanden: "Wir haben ein Tor erzielt, und sie haben fast im Gegenzug ausgeglichen - das macht die Sache schwer, aber nicht unmöglich", meinte Fiorentina-Goalie Frey.
Die Chance der Rangers lebt noch
Bei den Glasgow Rangers stand im Heimspiel gegen Sporting Lissabon zwar die erhoffte Null. Die Schotten, die erst nach dem Seitenwechsel besser ins Spiel kamen, blieben aber selbst ohne Treffer und müssen sich nun mit der Außenseiterrolle im Rückspiel abfinden. "Wir waren heute nicht so stark wie zuletzt", musste Rangers-Trainer Smith zugeben. "Aber unsere Chance lebt."
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.