16.11.2007 10:20 |

Umweltkatastrophe

Ölpest in Russland kostet 8,5 Milliarden Euro

Infolge der Ölpest im Schwarzen Meer gehen die russischen Behörden von Schäden in einer Höhe von bis zu 304 Milliarden Rubel - umgerechnet 8,49 Milliarden Euro - aus. "Der mögliche Schaden durch die Katastrophe wird sich auf rund 304 Milliarden Rubel belaufen", erklärte ein Vertreter der russischen Fischereibehörde am Donnerstag.

In dieser Summe seien die Kosten für die Reinigungs- und Aufräumarbeiten in den kommenden zehn Jahren sowie die Wiederherstellung der Ökosysteme eingerechnet.

Am Sonntag waren bei einem schweren Unwetter im Schwarzen Meer vor der Halbinsel Krim fünf Schiffe gesunken und hatten dabei das Wasser verseucht. Aus dem havarierten Öl-Tanker "Wolganeft-139" sind rund 2.000 Tonnen Heizöl ins Meer geflossen. Das Frachtschiff "Nachitschewan" und ein weiterer Frachter hatten Medienberichten zufolge gemeinsam an die 7.150 Tonnen Schwefel an Bord, der sich ebenfalls ins Meer ergoss, als die Schiffe in den 5,50 Meter hohen Wellen in der Straße von Kertsch untergingen. Ein viertes Schiff sank mit Tonnen von Metallschrott an Bord, auch hier ist nicht auszuschließen, dass bedenkliche Substanzen ins Meer gelangt sind.

Insgesamt sollen am Wochenenende zehn Schiffe in der viel befahrenen Straße von Kertsch in Seenot geraten sein. Ob mehr als vier Schiffe gesunken sind, war den Berichten bisher noch nicht zu entnehmen. Die Meeresenge verbindet das Schwarze Meer mit dem Asowschen Meer.

Tote Seeleute geborgen
Bergungsmannschaften haben am Montag drei tote Seeleute, die auf dem Schwefel-Frachter "Nachitschewan" gedient hatten, aus dem Schwarzen Meer geborgen. Die toten Seeleute trugen Rettungswesten und wurden bei Tusla am westlichen Ufer der Straße angespült, wie ein Sprecher des russischen Ministeriums für Katastrophenfälle, Sergej Koschemjaka, mitteilte. Fünf weitere Besatzungsmitglieder sind noch vermisst. Ob alle Seeleute des zweiten Schwefelschiffes gerettet werden konnten, ist nicht bekannt.

Schlimmste Ölpest seit Jahren
Aus dem Tanker "Wolganeft-139" floss am Sonntag fast die Hälfte seiner Ladung von 4.800 Tonnen Öl ins Meer - mindestens 2.000 Tonnen (2,3 Millionen Liter). Die 13 Besatzungsmitglieder wurden gerettet. In einer ersten Einschätzung sprachen Behördenvertreter von der schlimmsten Umweltkatastrophe seit Jahren, deren Beseitigung Jahre benötigen werde.

Die russische Staatsanwaltschaft teilte mit, dass das für die Fahrt auf Flüssen und Meeren gebaute Tankschiff "Wolganeft-139" nach ersten Erkenntnissen nicht sturmsicher war. Es hätte deshalb bei dem aufkommenden Sturm im Hafen bleiben müssen.

Ein Vertreter der Staatsanwaltschaft, Maxim Stepanenko, sagte dem Fernsehsender Westi 24, die Kapitäne in der Gegend seien am Samstag vor dem Unwetter gewarnt worden. Und: Der Öltanker, ein Modell aus Zeiten der Sowjetunion, sei nicht auf schwere Stürme ausgelegt gewesen.

Zwei Seeleute ertrunken
Im Gewässer vor der Hafenstadt Sewastopol ertranken zwei russische Seeleute, als ihr mit Metallschrott beladenes Frachtschiff im Unwetter unterging.

Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko wies die Regierung des Landes an, die durch das Heizöl entstandenen Umweltschäden in der Meerenge zwischen der Ukraine und Russland so schnell wie möglich zu beseitigen. Kiew stufte das Unglück nicht als Katastrophe ein.

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