Fussfesseln

Nach 27 ¿Testern¿ ausgedient

Die letzten beiden Freigänger, die via elektronischer Fußfesseln überwacht werden, sind jetzt aus dem Garstener Gefängnis bedingt entlassen worden. Nach insgesamt 27 „Testern“ in Oberösterreich läuft das erfolgreiche Projekt bald aus. Die Überwachungs-Geräte sind zu kompliziert und haben die Freigänger oft „verleumdet“.

Bei Gewittern ging es rund: Plötzlich registrierte der Satellit den Freigänger zig Kilometer vom Standort entfernt. Alarm! „Wir hatten keinen einzigen Fall, bei dem die Leute ihre Freiheit missbraucht hätten“, sagt Adalbert Eisenriegler vom Sozialverein „Neustart“ in Linz, der die Freigänger betreut. Nur einer der 27 „schweren Jungs“ wurde rückfällig. Am Arbeitsplatz begann ein Betrüger einige Leute auszunehmen - das hätte er auch ohne Fußfesseln gemacht.

„Für uns ist das Projekt an sich ein Erfolg. Die Bewährungshelfer hatten sogar besseren Kontakt zu ihren Klienten, als wir es bei bedingten Entlassungen gewohnt sind“, resümiert Eisenriegler. Er setzt sich für eine Wiederauflage des „Big-Brother-Projekts“ ein. Allerdings mit weniger anfälligen Systemen.

Da läuft er beim Justizministerium offene Türen ein: „Es wird eine neue Ausschreibung geben und die Überwachung ans Festnetz-Telefonsystem angeschlossen“, heißt es aus dem Büro von Ministerin Maria Berger. Also Überwachung am Arbeitsplatz und daheim - mit Zeitfenstern für den Weg zur Arbeit und zum Einkaufen.

Die Fußfessel-Idee spart auch Steuergeld: ein Tag hinter Gitter kostet bis zu 100 Euro, ein Tag an der Leine 30 Euro.




Foto: Klemens Groh

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Freitag, 25. Juni 2021
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