Geklärt werden soll dann, wie und ob sich McLaren-Mercedes durch den möglicherweise "unautorisierten Besitz" von Ferrari-Dokumenten mit vertraulichem Inhalt im Zeitraum von März bis Juli einen Nutzen verschaffen konnte. Die FIA hatte nach Bekanntwerden der Affäre eine entsprechende Untersuchung eingeleitet, die Anhörung ist nun der nächste Schritt.
Der ehemalige McLaren-Chefdesigner Mike Coughlan soll das 780 Seiten umfassende Dossier unter anderem mit Zeichnungen und Daten zum neuen Ferrari von Ex-Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney erhalten haben. Coughlan und Ferrari einigten sich am Mittwoch noch vor der ersten Anhörung vor dem High Court in London außergerichtlich. Die Scuderia schloss dennoch weitere rechtliche Schritte gegen Coughlan und dessen Ehefrau Trudy, die die Unterlagen zu einem Copy-Shop nahe der McLaren-Firmenzentrale im englischen Woking gebracht hatte, nicht aus.
Konsequenzen für Hamilton und Alonso?
Experten halten es für fast ausgeschlossen, dass sich McLaren- Mercedes in der Kürze der Zeit und angesichts der Komplexität eines Rennwagens in der Abstimmung tatsächlich einen Vorteil verschafft haben könnte. Dies will die FIA aber prüfen. FIA-Präsident Max Mosley hatte im Gegensatz zu Formel-1-Chef Bernie Ecclestone am Wochenende in Silverstone Konsequenzen auch für die beiden Silberpfeil-Piloten Lewis Hamilton und Fernando Alonso nicht ausgeschlossen: "Sie sind auch Mitglieder des Teams."
Beide führen vor dem 10. von 17 WM-Läufen am 22. Juli auf dem Nürburgring die Gesamtwertung an. Spitzenreiter ist mit 70 Punkten der englische "Rookie" Hamilton. Titelverteidiger Alonso aus Spanien ist Zweiter (58). Dahinter folgen in Kimi Räikkönen (Finnland/52) und Felipe Massa (Brasilien/51) die beiden Ferrari-Fahrer.
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