23.06.2007 16:06 |

Konfessionswechsel

Blair zu Audienz bei Papst Benedikt XVI.

Der britische Premierminister Blair ist am Samstag zu einer Privataudienz bei Papst Benedikt XVI. in Rom eingetroffen. Der Besuch im Vatikan hat Spekulationen angeheizt, Blair wolle vom anglikanischen zum katholischen Glauben übertreten. Der Vatikan bezeichnete die Audienz als gewöhnliches Zusammentreffen zwischen dem Papst und einem Regierungschef. Blair scheidet am Mittwoch aus dem Amt.

Die Privataudienz im Vatikan dauerte etwa eine halbe Stunde. Während der letzten zehn Minuten war auch der (katholische) Erzbischof von Westminster, Kardinal Cormac Murphy O'Connor, anwesend, wie Vatikan-Kreise mitteilten. Blair hatte bis in die Morgenstunden am Gipfeltreffen der Europäischen Union in Brüssel teilgenommen. Er traf in Rom mit seiner Frau Cherie ein, die katholischen Glaubens ist.

Der Premierminister besucht mit seiner Familie regelmäßig katholische Gottesdienste. Das Gerücht, Blair könne konvertieren, erhielt neue Nahrung, als die Zeitung "The Guardian" am Freitag über eine ungewöhnliche Einladung berichtete: Demnach lud der Erzbischof von Westminster, Kardinal Cormac Murphy-O'Connor, das Ehepaar Blair zum Lunch ins Englische Kolleg in Rom. Die Einrichtung war 1579 gegründet worden, um Priester für England und Wales auszubilden. Blair wäre der erste amtierende britische Premierminister, der das Kolleg besucht.

Ein Sprecher des scheidenden Premiers wies die Spekulationen über einen Übertritt Blairs zum katholischen Glauben zurück: "Er bleibt Mitglied der Kirche von England", sagte er.