31.03.2007 00:19 |

US-Militärtribunal

"Australischer Taliban" schuldig gesprochen

Eine US-Militärkommission hat den australischen Guantanamo-Häftling David Hicks wegen Unterstützung des Terrorismus verurteilt. Zuvor hatte der 31-Jährige am Freitag sein Schuldbekenntnis wiederholt und gestanden, an einer Ausbildung der Extremistenorganisation Al-Kaida teilgenommen zu haben. Nach Angaben des Richters drohen ihm damit höchstens sieben Jahre Haft.

Hicks war der erste Guantanamo-Häftling, der sich vor einem der neu geschaffenen US-Militärtribunale verantworten musste. Er war 2001 in Afghanistan festgenommen und Anfang 2002 als einer der ersten Gefangenen auf den US-Stützpunkt auf Kuba gebracht worden.

US-Verteidigungsminister Gates meldete indes Bedenken gegen das Gefangenenlager Guantanamo an. "Wegen der Dinge, die früher dort geschehen sind, ist Guantanamo mit einem Makel behaftet", sagte Gates. Er sei dafür, die Militärtribunale gegen Terrorverdächtige in die USA zu verlegen. Ihm sei klar, "dass die Tribunale international keine Glaubwürdigkeit haben, wenn sie in Guantanamo stattfinden."

Bei seinem Auftritt vor dem US-Repräsentantenhaus zeigte sich Gates zu Gesprächen mit den Demokraten über Alternativen zu Guantanamo bereit. Die demokratische Kongressmehrheit steht dem Lager kritisch gegenüber. Allerdings müsse vor einer Schließung des Lagers geklärt werden, was mit dem "harten Kern" der Gefangenen passieren solle, die weiterhin eine Gefahr für die USA darstellten und keinesfalls freigelassen werden dürften.

"Ehrlich gesagt, weiß ich auf diese Frage noch keine Antwort", bekannte Gates. Dies sei "ein Thema, bei dem wir einen Dialog zwischen dem Kongress und der Regierung brauchen". Laut Gates zählen weniger als 100 der 385 Guantanamo-Insassen zum "harten Kern".