Fr, 19. April 2019
09.12.2017 17:11

Sex-Delikte und Co.

Schwere Vorwürfe gegen Kinderwohnheim in NÖ

Nachdem erst Ende November ein Sex-Skandal rund um ein Kinderwohnheim im Burgenland aufgeflogen war, sieht sich nun auch eine Jugendwohneinrichtung in Niederösterreich mit Vorwürfen konfrontiert. In der Wohngemeinschaft im Bezirk Krems-Land soll es zu "Selbstmordversuchen, Sexualdelikten, Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und Diebstählen" gekommen sein. Jeder Vorwurf werde geprüft, so Landesrat Franz Schnabl (SPÖ).

Das Nachrichtenmagazin "profil" berief sich auf ein ihm vorliegendes Schreiben des örtlichen Polizeiinspektors an die Bezirkshauptmannschaft Krems. 2016 habe die Polizei 33 Mal in das Heim mit sechs Kindern und Jugendlichen ausrücken müssen. Der Träger, Therapeutische Gemeinschaften (TG), wollte auf die 33 polizeilichen Maßnahmen aus "datenschutzrechtlichen Gründen" nicht näher eingehen.

Ermittlungen mit "Akribie und Gewissenhaftigkeit"
Bisher hatten Jugendliche und ehemalige TG-Mitarbeiter öffentlich von Erniedrigungen durch Betreuer berichtet. Alle angeblichen Missstände sollen von einer vor wenigen Tagen eingerichteten Sonderkommission untersucht werden. "Egal welche Vorwürfe im Raum stehen, jedem einzelnen wird mit 100 Prozent Akribie und Gewissenhaftigkeit nachgegangen", erklärte Landesrat Schnabl am Samstag. Jeder einzelne Missstand werde abgestellt und verfolgt werden. Ein Zwischenbericht der Sonderkommission soll laut Schnabl voraussichtlich am 18. Dezember präsentiert werden.

Beschwerde-Hotline eingerichtet
Schnabl verwies auch auf die neu eingerichtete Hotline für Beschwerden im Zusammenhang mit privaten Einrichtungen der vollen Erziehung der Kinder- und Jugendhilfe. Diese ist seit Donnerstag unter der Nummer 0800/100 353 werktags von 8 bis 17 Uhr erreichbar.

Konnte Beamtin keinen Termin anbieten?
Laut "profil" soll sich zudem ein hochrangiger Ex-Mitarbeiter der TG im Spätsommer 2016 mit einer E-Mail an eine Beamtin der zuständigen Abteilung des Landes Niederösterreich gewandt haben und von seiner Kündigung bei der TG berichtet haben: "Ich konnte für mich die Reißleine ziehen, lasse aber Kinder und einen Berg an ungelösten Problemen und nicht korrekten Vorgängen zurück", schrieb er in der Mail. Der Mann wollte demnach seine Beobachtungen der Kinder- und Jugendaufsicht persönlich vorbringen. Die Beamtin soll geantwortet haben, sie könne ihm "leider keinen Gesprächstermin anbieten".

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