So, 19. August 2018

Richterin ordnete an

30.08.2017 18:15

Gegen Willen bei Muslimen: Mädchen darf zur Oma

Seit Tagen sorgt der Fall eines fünfjährigen christlichen Mädchens in London, das gegen ihren Willen zu einer arabischen Pflegefamilie gebracht wurde, weltweit für hitzige Debatten. Nun kam es zu einer überraschenden Wende. Wie die "Welt" am Mittwoch berichtete, ist das Mädchen nach Beschluss einer Richterin aus der muslimischen Pflegefamilie genommen und zu seiner Großmutter gebracht worden.

Richterin Khatun Sapnara, selber praktizierende Muslimin, ordnete die Maßnahme an, um "den Bedürfnissen des Kindes in Hinsicht auf seine Ethnizität, Kultur und Religion" Rechnung zu tragen, so die "Welt". Dies sei besser durch die Unterbringung bei einem Familienmitglied garantiert.

Mädchen wurde zum Arabischlernen gedrängt
Über das Schicksal des kleinen Mädchens, dessen Pflegefamilie nur Arabisch sprach und dem Kind eine Kette mit Kreuzanhänger abgenommen hatte, wurde weltweit berichtet. Zuerst schrieb die britische "Times", dass das Kind bei der Familie im Londoner Stadteil Tower Hamlets auf dem Boden sitzend essen musste und zum Arabischlernen gedrängt wurde.

Weihnachten und Ostern waren plötzlich "dumm"
Ihrer biologischen Mutter habe das Mädchen erzählt, ihre Pflegeeltern hätten christliche Feiertage wie Weihnachten und Ostern als "dumm" bezeichnet und europäische Frauen als "Alkoholikerinnen", hieß es in dem Bericht vom vergangenen Dienstag. Weiters wurde kritisiert, dass die Pflegemutter eine Burka trug und das Kind "verstört" sei. Insgesamt habe das Mädchen sechs Monate bei zwei verschiedenen muslimischen Familien verbracht.

Massive Kritik an Arbeitsweise des Jugendamts
Im Vorfeld gab es massive Kritik an der Arbeitsweise des Jugendamts. Diese Behörden hätten bei der Unterbringung von Pflegekindern darauf zu achten, dass kulturelle und religiöse Hintergründe der betreffenden Kinder berücksichtigt werden, so der Vorwurf auch vonseiten der Politik. Das war in diesem Fall offenbar nicht geschehen. Die zuständige Kommune hatte die Unterbringung des Kindes damit begründet, dass es einen Mangel an "weißen, britischen Familien" in dem Bezirk gebe.

"Islamophobie": Muslimische Gemeinde kritisiert Berichterstattung
Nach Berichten der "Times" hatte sich das Jugendamt zudem vehement gegen die Veröffentlichung des Falls gewehrt und die Publikation mit Hinweis auf die Vertraulichkeit der Amtsunterlagen begründet, zu denen die Journalisten Zugang bekommen hatten. Beamte versuchten zudem, Reporter an der Teilnahme der Anhörung im Gericht zu hindern. Auch Vertreter der muslimischen Gemeinde kritisierten die Berichterstattung. Diese würde zur Islamophobie und Stigmatisierung anstacheln.

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